Online Audio dominiert als Info-Quelle

Online Audio dominiert den Audio-MarktOnline Audio dominiert

Wie beziehen Sie Ihre News, wo holen Sie sich Informationen zu bestimmten Themen, die Sie intessieren? Im Jahr 2020 lautet die Antwort immer häufiger: ich höre sie online. Online Audio hat im Corona-Jahr 2020 gewaltig an Bedeutung zugelegt und verspricht, zur wichtigsten News- und Info-Quelle im Alltag zu werden. Der jetzt erschienene Online Audio Monitor 2020 belegt dies in eindrucksvollen Zahlen.

Warum Online Audio?

Die Vorteile der Nutzung liegen auf der Hand: anders als beim geschriebenen Text, hat der Nutzer beim Hören Augen und Hände frei. Er kann die Nutzung deswegen in seinen Alltag integrieren: beim Haushalt, beim Sport, beim Weg in die Arbeit, wo schon vor der digitalen Wende das Radio ein wichtiger Informationskanal war.

Podcast-NutzungssituationQuelle: Online Audio Monitor 2020, www.online-audio-monitor.de

Neu ist beim Online Audio das unbegrenzte Angebot, die riesige Bandbreite an Themen, die Möglichkeit, einen beliebigen Inhalt zu jeder Zeit zu hören, zu unterbrechen, später fortzufahren. Ein Vorteil für die Medien: gerade weil der Anweder parallel meist mit etwas anderem beschäftigt ist, kann er die Werbung, die zur Finanzierung dient, nicht so effektiv überspringen.

Zahlen zur Online-Audio-Nutzung

Die wichtigste Zahl vornweg: 71 Prozent der Deutschen nutzen Online-Audio-Angebote. Hier setzt sich ein Wachstums fort, das schon in den vergangenen Jahren zu sehen war (2019: 62 Prozent, 2018: 59 Prozent). Nachdem in der Vergangenheit vor allem junge Männer Online-Audio für sich entdeckt hatten, sind es nun die älteren: Der Zuwachs ist bei den über 50-jährigen am stärksten (+36 Prozent) und bei Frauen stärker als bei Männern (+19 Prozent gegenüber +9 Prozent). Insgesamt zeigt sich ein Trend zur Angleichung des Nutzungsverhaltens über Alter, Geschlecht und Bildungsstand.

Inhalte: Mehr Information

Die Änderung bei den Zuhörern spiegelt sich auch im Content wieder: vor allem bei jenen Inhalten, die häufiger von älteren Nutzern aufgerufen werden, zeigt sich ein starkes Wachstum. Zwar wird am häufigsten weiterhin Musik online konsumiert (89 Prozent aller Befragten), doch auf den Rängen folgen Nachrichten (71 Prozent), Services wie Wetter, Verkehr oder Uhrzeit (63 Prozent), Regionales / Lokales (62 Prozent) und Infosendungen, Wissens-und Lernbeiträge (48 Prozent). Unterhaltung und Comedy, die vor allem bei den Nutzern unter 30 große Bedeutung haben, kommen auf 45 Prozent der Nennungen.

Genutzte Inhalte nach AlterskohorteQuelle: Online Audio Monitor 2020, www.online-audio-monitor.de

On Demand oder Live: eine Frage des Inhalts

Interessanterweise unterscheiden sich zwei Arten von Angeboten des Online-Audio bezüglich der genutzten Inhalte deutlich: Inhalte on demand und solche, die live im Webradio gehört werden. Beim Webradio liegen Nachrichten, Services, Regionales und Sportsendungen vorn, also Themen, bei denen es auf Aktualität ankommt. Bei Audio On Demand dominieren Inhalte, die zur Unterhaltung oder zum Wissensaufbau dienen: Musik, Infosendungen, Wissens- und Lernbeiträge, Comedy und Hörbücher.

Audio on Demand und das Content Marketing

Aus Sicht der Unternehmenskommunikation sind Nutzungsformen besonders interessant, die sich für geschäftliche Zwecke einsetzen lassen. Hier spielt vor allem das Content Marketing eine Rolle. Bei der Online-Audio-Nutzung eignen sich hierfür am besten Audio-On-Demand-Formate wie Podcasts. Nutzer suchen hier Inhalte, um Wissen zu gewinnen oder Themen zu recherchieren: der am häufigsten genutzte Inhalt bei Podcasts sind Infosendungen, Wissens- und Lernbeiträge (55,1 Prozent aller Podcast-Hörer). Die wichtigsten Themen sind Politik und Gesellschaft (51 Prozent), Wissenschaft & Technik (42 Prozent) sowie Freizeit, Hobby und Games (42 Prozent).

Online Audio Podcast-Nutzung

Quelle: Online Audio Monitor 2020, www.online-audio-monitor.de

Dies ist kein Nischenmarkt: rund zwei Drittel aller Deutschen nutzt Audio-On-Demand zumindest gelegentlich – knapp 53 Millionen Menschen also. Die Nutzung von Podcasts stieg im letzten Jahr um 28 Prozent auf 17 Millionen Zuhörer an. Paradoxerweise liegt hier übrigens eine Video-Plattform als Quelle vorn: 56 Prozent aller Anwender spielen via Youtube Audio-On-Demand-Inhalte ab – 23,5 Prozent nutzen sogar ausschließlich diesen Kanal. Der stärkste Zuwachs bei der Podcast-Nutzung liegt in der Altersgruppe zwischen 14 und 29 (+50 Prozent) und bei Menschen mit hohem formalen Bildungsabschluss (+30 Prozent). Podcasts werden in erster Linie über Musikstreaming-Dienste gehört (49 Prozent aller Befragten), aber auch hier sind Youtube und andere Videoseiten mit 44 Prozent wichtige „Player“. Spezifische Podcast-Websites sind dagegen weniger beliebt (22 Prozent).

Gezielte Suche nach Informationen und Wissen

Die Nutzungsmotivation für Podcasts ist eine Steilvorlage für Content-Marketing-Strategen: es sind in erster Linie die Tiefe und Ausführlichkeit (83 Prozent) spezieller Themen (80 Prozent), die Hörer schätzen. Im Vergleich dazu sind die Person des Moderators oder die Medienmarke dahinter weniger relevant (61 Prozent bzw. 29 Prozent).

Jetzt haben wir es amtlich: der Online Audio Monitor 2020, herausgegeben von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), Landesanstalt für Medien NRW in Kooperation mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und dem Verband Privater Medien (VAUNET) zeigt nicht nur den Wandel zur Digitalisierung des Audio-Marktes auf, sondern auch die Chancen, die sich für Kommunikatoren wie uns aus diesem Trend ergeben.

Beitragsbild von Joe007 auf Pixabay

Steve Wozniak zum 70. Geburtstag: Der Computer ist kaputt

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Ich gratuliere Steve Wozniak, WoZ, sehr herzlich zu seinem großen Jubiläum, denn ich habe ihm viel zu verdanken – zum Beispiel, dass ich es bei Microsoft länger als drei Tage ausgehalten habe. Was für ein Glück, dass ich meinen beruflichen Einstieg in die PR-Welt ausgerechnet bei der PR-Agentur für Apple Deutschland fand. Mein erster Volo-Arbeitstag sah so aus: kurzer Rundgang durch die Agentur inklusive Anleitung für die Kaffeemaschine. Die dauerte ungefähr so lange wie die anschließende Einweisung in die Bedienung des Mac. Alles klar.

Nach 18 Monaten war das Volontariat geschafft und ich wechselte 1988 vom Apfel hinüber zur Birne, zu Microsoft. Der erste Arbeitstag als

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Verflixt! Die Redaktion will ein Portraitfoto vom Autor

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Professionelles Portraitfoto

Sie haben einen fachlich fundierten Text geschrieben. Sie behandeln ein spannendes Thema, geben wertvolle Einsichten. So wertvoll, dass ein Fachmedium sie veröffentlichen will. Doch kurz davor mailt die Redaktion: „Ich brauche bitte ein Portraitfoto vom Autor.“ Tja, Ihr aktuellstes Foto stammt aus dem Jahr 2015. Nicht nur die Mode hat sich verändert, auch Sie selbst sind reifer oder sagen wir lieber „professioneller“ geworden als es auf dem alten Bild rüberkommt. Jetzt ist guter Rat teuer.

Das Portraitfoto zwischen Tür und Angel

Als PR-Berater weisen wir unsere Kunden immer darauf hin, wie zentral die Bild-PR für die Unternehmenskommunikation ist, und welche wichtige Rolle Menschen in der Bild-PR spielen. Das Portraitfoto ist ein Grundbaustein der Öffentlichkeitsarbeit. Man kann sie auch schnell mal „draußen im Flur“ schießen – inzwischen sind Smartphone-Kameras so ausgereift, dass brauchbare Bilder entstehen können. Aber dazu braucht es ein bisschen Know-How. Einfach nur draufhalten, wird selten ein gutes Ergebnis liefern. Achten Sie zum Beispiel auf folgende Punkte:

Vorbereitung

  • Tragen Sie zum Fototermin kontrastierende Kleidung.
    Vermeiden Sie kleinteilige Muster, um ein „Flackern“ bei der Darstellung zu vermeiden.

Präsentation

  • Gesichtsausdruck: Lächeln ist beim Portraitfoto immer gut, ein leicht schräger Kopf und eine nach vorn geneigte Schulter auch.
  • Wenn man beim Lächeln Zähne zeigt, ist das sympathischer als ohne. Wenn Ihr Lächeln zu breit und unseriös wirkt, hilft es, mit der Zunge von hinten gegen die Zähne zu drücken.
  • Das beste Lächeln gelingt mit Emotion. Denken Sie an etwas Schönes, Witziges, eine angenehme Erinnerung.
  • Authentisches Lächeln umfasst auch die Augen. Um natürlicher zu wirken, könnte es helfen, wenn Sie die unteren Augenlider ein wenig anspannen.

Location

  • Suchen Sie sich einen ruhigen Hintergrund für Ihr Portraitfoto, nach Möglichkeit mit etwas Distanz.
  • Wenn Sie direkt vor einer weißen Wand stehen, und das Licht von vorne kommt, führt das zu unerwünschten Schatten.

Licht

  • Fotografieren Sie am besten bei Tageslicht, aber nicht direkt in der Sonne, und verzichten Sie auf Blitz bzw. starke Lampen o.ä. Hilfsmittel.
  • Kunstlicht kann die Farben verfälschen, Blitz und Strahler sorgen für harte, unschöne Schatten und hohe Kontraste.

Technik

  • Achten Sie auf einen Kamerastandpunkt auf Augenhöhe.
  • Wählen Sie einen leichten Telemodus, ca. 2-fache Vergrößerung (90 mm).
  • Legen Sie den Schärfepunkt auf die Augen.

Ausschnitt

  • Lassen Sie den Ausschnitt so wählen, dass rund um den Kopf genügend Platz bleibt, um das Bild auf alle Formate in Quer- oder Hochformat hin zuzuschneiden.

Nachbearbeitung

  • Versenden Sie Bilder, deren Ausschnitt etwas größer ist als gewünscht; dann kann das Medium die passende Größe besser erreichen, ohne Ihren Kopf zu beschneiden.

Die vollständige Liste unserer Tipps für gute Portraitfotos gibt es als kompaktes PDF zum Teilen hier:

35+1 Tips für  medientaugliche  Portraitfotos

Image by Angelo Esslinger auf Pixabay (https://pixabay.com/users/whitesession-4645995/).

Schlechte Bewertung auf kununu? Das ist zu tun.

Kununu ist Suaheli für „unbeschriebenes Blatt“. Drei Buchstaben, die in ihrer Kombination einen wohligen Klang erzeugen, manchem Arbeitgeber aber eher den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Grund dafür ist die gleichnamige Bewertungsplattform, auf der sich Arbeitnehmer seit knapp 13 Jahren über ihren Arbeitgeber äußern können – positiv wie negativ. Diese Möglichkeit wird gerne angenommen. Fast 4,1 Millionen Bewertungen zu 941.563 Unternehmen wurden bislang abgegeben. Den möglichen neuen Arbeitgeber auf kununu zu checken ist für Bewerber mittlerweile eine Selbstverständlichkeit und kann Unternehmen im Zweifel schnell ins Aus manövrieren. Sind die Bewertungen zu schlecht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zusage an die Konkurrenz geht.

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Plötzlich Springer-Reporter

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WELTkompakt

Rückblick: Vor 10 Jahren wurde ich plötzlich Journalist einer Springer Zeitung. Ausgerechnet Springer! Ich SPIEGEL-Leser und Wallraff-Fan. So schnell kann es gehen. Und das kam so:

Springers Aushängeschild WELT hatte eine Reihe „Edel-Blogger“ eingeladen eine Ausgabe der WELTkompakt zu gestalten. Unter den Eingeladenen befand sich auch die Redaktion des Blogs „Czyslansky„, den ich gemeinsam mit meinen Freunden Sebastian von Bomhard, Alexander Broy, Tim Cole, Alexander Holl, Alexander Pfitzinger (ja, der Anti-BILD-Blogger), Lutz Prauser, Ossi Urchs und Christoph Witte gegründet hatte. Während auf Twitter und in einschlägigen alternativen Gazetten diese Aktion heftig kritisiert wurde (ich berichtete auf unserem Blog), waren wir der Einladung ohne große Diskussion freudig gefolgt. Meine Freunde fuhren nach Berlin, ich konnte zwar nicht vor Ort dabei sein, beteiligte mich aber mit einem Beitrag über „Sterbende Netze. Warum wir schließlich alle ins Gesichtsbuch eingehen werden“ an der Sonderausgabe der WELTkompakt.

czyslansky Blog

Ich habe vor zehn Jahren behauptet, dass von den vielen sozialen Netzwerken am ende wohl nur zwei oder drei Netzwerke übrig bleiben werden, darunter Facebook und LinkedIn und die zahlreichen regionalen Netzwerke keine Chance mehr haben würden. So falsch lag ich wohl nicht. Von Chatrooms und Bilderdiensten war nicht die Rede.

Die WELTkompakt war für uns ein Spiel, für Springer ein Experiment

Für den Springer-Verlag war die Sonderausgabe der WELTkompakt ein mutiges Experiment. Das formulierte der Verlag jedenfalls in einer Presseerklärung.

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Tipp: Facebook Seiten News Feed aufrufen

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Weil mich eben ein guter Freund danach gefragt hat: wie kann man als Betreiber einer Facebook-Seite einen Feed aufrufen, der alle News von Seiten anzeigt, denen man als Seite folgt. Das ist also dann ein News-Feed befreundeter Seiten. Das geht tatsächlich. Man muss nur diese Adresse eingeben:

https://www.facebook.com/SEITENADRESSE/pages_feed

Statt SEITENADRESSE gibt man den Namen der eigenen Facebook-Seite ein. Für die Facebook-Seite der Agentur vibrio lautet das dann zum Beispiel so:

https://www.facebook.com/agenturvibrio/pages_feed

Und das Ergebnis sieht dann so aus:

Facebook Seiten Feed vibrio

Alles klar?

Alles klar!

 

Schnarchenlos durch die Nacht

Alex Suarez hatte just in der Quiz-Sendung „Genial Daneben“ auf SAT1. einen kleinen Groß-Auftritt, denn er hat das Schnarchen und die Schlafapnoe besiegt. Ohne Maske, Klemmen oder Sonstigem. In seinem Medizinischen Didgeridoo und der dazugehörigen App stecken rund 20 Jahre Entwicklungsarbeit – Selbstversuch und Eigentherapie eingeschlossen.

Unser Projektkunde Asate AG hat für das Silent Sleep Training zurecht 2017 den „Ig Nobel Prize“ in der Kategorie „Frieden“ bekommen: Friede den Schlafzimmern! – in denen vorher Wände wackelten und nur Myriaden Ohrstöpsel den Schlaf der Gerechten brachten. Getrennte Schlafzimmer können wieder vereint werden (was macht man jetzt mit dem leeren Zimmer?), und die von Schnarchen und Schlafapnoe geplagten Frauen und Männer gehen fideler, wacher und gesünder durch’s Leben. Alles natürlich medizinisch-wissenschaftlich erforscht und belegt. Wir wünschen dem cleveren Schweizer Startup jedenfalls unglaublich viel Erfolg und allen Leidenden selbstverständlich auch. Friede den Hütten, Krieg der Apnoe!

Alex Suarez (rechts) und sein Sohn Aron Suarez entwickeln ihre Lösung "Silent Sleep Training" laufend weiter: das Medizinische Didgeridoo mit einer ausgeklügelten App.
Alex Suarez (rechts) und sein Sohn Aron entwickeln ihre Lösung „Silent Sleep Training“ laufend weiter: das Medizinische Didgeridoo mit einer ausgeklügelten App.

Faktenchecker und PR

Symbolbild Faktenchecker

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ – wenn man nach diesem Zitat geht, das oftmals Mahatma Gandhi zugeschrieben wird, dann stehen die Faktenchecker kurz vor ihrem Triumph. Denn sie haben sich den Zorn sowohl des US-Präsidenten als auch Widerspruch der deutschen Gerichte eingefangen: Donald Trump will soziale Netzwerke für die Einführung von Faktenchecks zu seinen Tweets bestrafen lassen. Das OLG Karlsruhe hat jüngst den Faktencheck-Hinweis von Correctiv zu einem Link von Tichys Einblick gerügt.

Was sind Faktenchecker?

Faktenchecker haben sich in Folge der Fake-News-Schwemme als eine mögliche Lösung für das Problem von Falschinformationen entwickelt. Die sozialen Medien setzen auf diese unabhängigen Institutionen, um Falschmeldungen in den Griff zu bekommen. Besondere Bedeutung haben sie in der Covid-19-Krise bekommen, da Falschinformationen mittlerweile konkret Leben gefährden können. Die Frage, wann das nötig und mit der Meinungsfreiheit vereinbar ist, wird aktuell noch diskutiert. Die sozialen Netzwerke rücken damit weiter in die Rolle eines klassische Mediums, und mit den Faktencheckern entsteht eine neue Klasse an Journalisten (übrigens rekrutieren sich viele Mitarbeiter von Correctiv zum großen Teil aus den Reihen der Journalisten, und auch die dpa als journalistische Instanz unterhält nun eine eigene Faktenchecker-Redaktion.

Jetzt wird auch klar, warum Unternehmenskommunikation und PR ein Interesse an den Faktencheckern haben. Ihre Reichweite und kommunikative Rolle wächst in dem Maße wie die jener Akteure in den sozialen Medien, die sie prüfen. Ihre Glaubwürdigkeit könnte sich als höher als die etablierter Medien erweisen (wer hierzu Studien kennt – bitte eine kurze Nachricht). Auch diese Sparte des Journalismus braucht Quellen – Fachleute, die kurzfristig helfen können, bei einer Recherche Kontext zu erhalten oder Daten zu interpretieren. Üblicherweise wählen Journalisten sich diese Quellen persönlich und auf Basis persönlicher Bekanntschaft aus. Doch Voraussetzung dafür ist die Sichtbarkeit eines Fachmanns. Das Expertenwissen, dass in den Unternehmen schlummert, zu fördern und zu platzieren ist aber das Kerngeschäft von Public Relations im B2B-Bereich.

Eigene Kanäle und Pressearbeit

Die Betonung des persönlichen Expertenwissens geschieht in der Regel über zwei Strategien: die Förderung eigener Kanäle wie Unternehmens-Blog, Vorträgen oder technischen Fachartikeln in Branchenmedien einerseits, und Pressearbeit mit den Vertikalen und Newsmedien auf der anderen Seite.

Eigene Kanäle sind nicht nur eine Bühne für die eigenen Experten, sondern dienen auch als Plattform für den Dialog mit anderen – Branchen-Insidern, Interessenten – oder als Element der HR. Hier regelmäßig Themen zu bestimmen und Inhalte zu generieren ist ein arbeitsaufwändiger Prozess, bei dem Unternehmen oft Unterstützung bei externen Partnern wie vibrio suchen.

Die Pressearbeit ist eine weitere Technik, bei der externe Berater für Unternehmen gute Dienste leisten: Die Kenntnis der Medienlandschaft und der Redaktionen sowie der professionell gestaltete Kontakt zu ihnen sind wertvolle Hilfsmittel, wenn es darum geht, Themen oder Nachrichten zu platzieren.

Faktenchecker und PR

Die Pressearbeit mit Faktenchecken sieht allerdings anders aus. Im Unterschied zu traditionellen Redaktionen arbeiten sie nicht mit einem Themenplan. Sie richten sich nach den aktuell aufkochenden Falschmeldungen, die schwer vorherzusehen sind. Zudem beschränkt sich ihre Arbeit auf ein Mindestmaß an Interpretation: Sie prüfen eine vorgegebene Faktenlage („hilft Bleichmittel wirklich gegen Viren?“), und liefern eine meist eindimensionale Ja/Nein-Antwort. Die Nennung von Unternehmen oder Produkten ist nur dann möglich, wenn sie ein wesentliches Thema der zu prüfenden Behauptung sind („Corona-Bier verursacht Covid-19“). In diesem Fall aber muss die Pressestelle des betroffenen Unternehmens auf Zack sein – Faktenchecker haben noch kürzere Redaktionsschlüsse als andere Journalisten, und ohne den Klang einer etablierten Zeitung im Hintergrund könnte die Anfrage untergehen oder nicht die nötige Priorität erhalten. Auch hier kann ein externer Partner als Ansprechpartner für Presse- und Rechercheanfragen ein Weg sein, die Unternehmenskommunikation zu verstärken und zu entlasten.

Krisenfall Faktenchecker

Gleichzeitig ist die Anfrage eines Faktencheckers ein Krisenfall: Offenbar wird in sozialen Medien über das Unternehmen oder eines seiner Themen kontrovers diskutiert. Es gilt nun, Schaden von Unternehmen und Geschäft abzuwenden. Ein Krisen-PR-Plan hilft, die typischen Fehler zu vermeiden und souveräne Schadensbegrenzung zu betreiben.

Diese Aufgaben sind Kommunikations-Handwerk, das sich am besten mit fachkundigen Partnern bewältigen lässt. Der Siegeszug der Faktenchecker ist also ein Grund mehr, die Bedeutung der PR nicht zu unterschätzen.

Übrigens hätte beim Einstieg in diesen Text ein Faktenchecker gut getan: Das erwähnte Zitat stammt nicht von Gandhi. Es scheint 1918 vom Gewerkschafter Nicholas Klein in einer Rede geprägt worden. Danke an Gerald Krieghofer für den Faktencheck.

Image von Gerd Altmann auf Pixabay

 

 

Lead-Generation in der Corona-Krise – Dreieinhalb Tipps für Marketing-Manager

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Lead Generation in Corona

Marketing-Manager sind zur Zeit nicht gerade zu beneiden: auf der einen Seite machen Vertriebsleiter und Geschäftsführer Druck, weil im Top of Funnel gähnende Leere herrscht, auf der anderen Seite fallen auch noch über viele Jahre erprobte und lieb gewordene Marketing-Tools aus: Messen und Verkaufsveranstaltungen finden nicht mehr statt, Händler haben ihre Läden geschlossen und die Pressesprecherin winkt auch schon ab, sie kann über die gut gepflegten Journalistenkontakte auch nicht mehr viel erreichen: rund 80 Prozent der Medien fahren Kurzarbeit – fehlende Anzeigeneinnahmen – Sie verstehen …

Wo sollen denn die Leads da noch herkommen?

Schnell mal eine Digital-Kampagne starten, eine E-Mail-Kampagne hochfahren oder gar eine Social-Media-Kampagne entwickeln – von Null auf Hundert in vier Pandemie-Wochen … So einfach ist das alles nicht. Aber die Richtung würde schon stimmen …

Die Leads brechen weg!

Dieter Kempf

Bild-Quelle: Dieter Kempf zu Gast bei vibrio

Im März brachen im produzierenden Gewerbe in Deutschland die Aufträge um 15,6 Prozent weg. BDI-Präsident Dieter Kempf rief nicht umsonst vor wenigen Tagen laut um Hilfe: „Jede Woche eines Shutdowns kostet die deutsche Volkswirtschaft einen mittleren zweistelligen Milliardenbetrag an Wertschöpfung“.

Selbst der Digital-Branche geht es schlecht. Folgt man einer aktuellen Studie des Branchenverbands Bitkom vom April erwarten drei von vier ITK-Unternehmen im Laufe des Jahres aufgrund der Pandemie Umsatzeinbußen. (Quelle). Die ITK-Unternehmen erleben die Auftragsrückgänge schon jetzt hautnah. Was also tun?

Ich sehe dreieinhalb Möglichkeiten kurzfristig auf die aktuellen Herausforderungen zu regieren:

Alternative 1: InBound Marketing

Jedes Unternehmen verfügt über einen Internet-Auftritt. Und wer seine Website noch immer nicht für Lead-Generation nutzt, der muss dies schleunigst tun. Ein Tool wie HubSpot eignet sich hervorragend dafür, um seinen Internet-Auftritt zielgruppenorientiert zu optimieren. Dabei muss diese Optimierung zwangsläufig dialogorientiert erfolgen: ohne Dialog kann man nicht erfolgreich sein. Dies bedeutet aber, man muss Dialogprozesse implementieren, die den Seitenbesucher in einen Dialog verwickeln. Für einen Vortrag bei einem Kunden habe ich einmal versucht die Strategie des Inbound-Marketing kurz und knapp zu definieren:

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Wie groß ist der Zeitaufwand für das Monitoring?

Wie hoch ist der Zeitaufwand für das Monitoring?

„Das Werk geht dem Ruhm voran, die Arbeit geht dem Werk voran, die Worte gehen der Arbeit voran. Wer sich nicht auf die Arbeit versteht, wie vermag der den Worten anderer zuzuhören?“ – Lü Buwei

Wir bei vibrio sind Kommunikatoren. Nicht nur in dem gleichen Sinne, wie jeder Mensch einer ist. Es ist unser Beruf. Wie jeder Berufsstand erkennen auch wir bei Anderen typische Fehler in unserem Handwerk, die wir zu vermeiden gelernt haben. So wie ein Heizungstechniker fehlende Wartung mit einem entnervten Augenrollen quittiert, der Bäcker die klebrigen Kuchen seiner Bekannten oder der Braumeister den Hopfenüberschuss im Selbstgebrauten Bier seiner Schafkopffreunde.

Für die Kommunikation sind es zwei solcher Standardprobleme, auf die wir immer wieder stoßen. Weiterlesen