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Faszinierende Technologie, nettes Video, dummer Fehler

Sie haben eine neue Technologie entwickelt? Der Markteintritt steht an, und planen ein Produktvideo zur Demonstration? Recht so. Ein guter Weg, die Vorteile eines Produkts zu zeigen. Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte, und ein bewegtes bewegt den Zuseher. Nur vergessen Sie bitte vor lauter Begeisterung nicht, ihr Video kurz einem „Reality Check“ zu unterziehen, dem vielgeliebten Hausfrauentest. Dann passieren solche Sachen vielleicht nicht:

Haben sie es gesehen, bei Sekunde 30? „The webpage you wanted customer to see, opens“  – wirklich? Weiterlesen

Das Ende von Twitter und Youtube als Newsquelle

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Generäle sind stets darauf vorbereitet, den letzten Krieg noch einmal auszutragen. Social Media Propagandisten ebenso. Die Jasmin Revolution war 2011 das goldene Zeitalter der Sozialen Medien, ihr basisdemokratischer Ritterschlag. Die Mächtigen der Welt haben das zur Kenntnis genommen und reagiert: Erdogans Krieg gegen Facebook und Twitter ist ein ungelenkes Beispiel, Russlands Maskottchen Zoich ein meisterhaftes. Mit den Krisen in Syrien, Irak, vor allem aber der Ukraine und Gaza erleben wir den uneingeschränkten Propaganda-Krieg auf Twitter, Youtube und Facebook. Die Folge wird sein, dass die Anwender diesen Quellen zunehmend kritisch und zynisch gegenüberstehen. Das ist gut für die Printmedien, TV und Radio, und das Ende der Newsquelle Social Media.

2011 Egyptian protests Facebook & jan25 card.jpg

„2011 Egyptian protests Facebook & jan25 card“ von Essam Sharaf – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

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Potz-Blitz: Die Opel-Krise ist eine PR-Krise

opel

(Bild: http://forum.frmpc.com)

Dass die Opel-Krise eine PR-Krise ist, sieht man übrigens an der Aufstellung der Top-100-Journalistenrabatte des Jahres 2009. Demnach gilt das Interesse der deutschen schreibenden Zunft vor allen Dingen VW, aber nur sehr selten Opel. Das aktuelle Ranking der Automobilhersteller im Hinblick auf das Interesse der Journalisten nach verfügbaren Presserabatten:

1. VW
2. Audi
3. BMW
4. Mercedes
5. Ford
6. Skoda
7. Opel

Danach kommen nur noch Porsche und ausländische Marken. Deutsche Journalisten scheinen sogar im Zweifelsfall lieber einen Leihwagen zu mieten oder ihre alte Karre zu reparieren, als Opel zu fahren: selbst Europcar, Avis, Hertz und Auto-Teile-Unger stehen in der Hitliste weit vor Opel!

😉

Mit der Schweinegrippe in die Wirtschaftskrise – Was Unternehmen tun können, um das Schlimmste zu verhindern!

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WHO-Direktorin Margaret Chan malte jüngst auf der internationalen Konferenz über die Entwicklung der Schweinegrippe in Mexiko ein düsteres Bild: „Die internationale Ausbreitung des Virus ist nicht mehr zu stoppen!“  Das Berliner Robert-Koch-Institut berichtet bereits von 366 Fällen in Deutschland. Experten gehen von einer Dunkelziffer aus, die mindestens beim Zehnfachen liegt. Weltweit liegt die Zahl der offiziell Erkrankten bei rund 80.000. Die WHO sagt voraus, dass bis zu zwei Milliarden Menschen an der Schweinegrippe erkranken könnten. In Deutschland soll bis zum Herbst jeder Dritte am H1/N1-Virus erkrankt sein.

Das aber wäre eine ökonomische Katastrophe vor allem für zahlreiche mittelständische Betriebe in Deutschland.

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vom yin und vom yang. oder: heute ist eh alles gleich … oder: wie die faz einmal von homer simpson abschrieb

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heute ist also das äquinoktium. und wenn sie nicht wissen, was das ist, dann gucken sie doch in der wikipedia nach. oder sie lassen’s auch bleiben. ist ja eh alles gleich heute.

denn heute ist alles im ausgleich: der tag und die nacht, das yin und das yang. die krise und die chance sowieso. und irgendwie und sowieso auch.

ich weiß ja nicht, wie’s ihnen geht, aber wenn alles im ausgleich zu sein scheint, wird mir immer irgendwie chinesisch, sind doch die asiaten die großen ganzheitler in unserer einen welt. das ist wie mit der alten geschichte von dem einen chinesischen zeichen, das angeblich für „krise“ und für „chance“ gleichermaßen steht. dabei handelt es sich hier um eine der großen mythen aller vortragskünster, die den inhalt ihrer powerpointfolien gerne anderen vorträgen entleihen. ist ist so falsch, wie vieles, was uns chinesisch daher kommt. die faz ist drauf reingefallen, ebenso wie im vergangenen herbst unser aller bundeshorst. letztlich haben sie wohl alle von homer simpson abgeschrieben, der schon im jahr 1994 in der folge „angst vor dem fliegen“ die identität von krise und chance im chinesischen zu kennen glaubte:

lisa: wussten sie, dass die chinesen das gleiche wort für „krise“ nutzen, wie für „chance“?

homer: ja! crisatunity.

wenn alles so einfach wäre, wäre auch alles im lot. aber in wahrheit ist selbst das chinesische leider viel komplexer. für den begriff „chance“ benutzen sie zumeist die zeichenkombination 机会 (jihui), für „krise“ aber危机 (weiji). das zeichen 机 ist halt in beiden begriffen vorhanden. und 危, mit dem das symbol für krise beginnt, entspricht auch noch dem ersten zeichen von „gefahr“ 危險 (weiji xian), was aber auch nicht überinterpretiert werden sollte. denn einzelne zeichen haben im chinesischen meist viele bedeutungen und nur die kombination von mindestens zwei zeichen ist wirklich eindeutig.

aber was will ich eigentlich sagen? richtig: dass das heute eh alles irgendwie gleich ist. wie alles am äquinoktium …

in der krise schaltet man nicht das licht aus

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jung holger jung (quelle: spiegel online)

holger jung, gründer der hamburger agentur jung von matt und der mann, der jopi in die cabrios von sixt setzt, warnt in einem spiegel online interview vor kürzungen der werbe-etats in der sich abzeichnenden konjunkturkrise. er berichtet von kunden, die, obwohl sie selbst noch gute zahlen schreiben, jetzt schon ihre etats zusammenstreichen:

„Marken sind Leuchttürme, die müssen gerade bei Nebel brennen. … Das wird leicht vergessen bei der aktuellen Panik.“ ein mindestmass an kommunikation darf auch in der krise nicht unterschritten werden, da sonst die markenwerte massiv verfallen und für den aufschwung nach der krise kein potential mehr vorhanden ist, auf dem sich das unternehmen neu aufbauen könne.

wo er recht hat, hat er recht, der jung. was er für die werbeetats zutreffend postuliert, gilt für die pr nicht weniger: gerade in krisenzeiten muss die marke im markt präsent bleiben. sicherlich macht eine antizyklische pr-investition bei den wenigsten unternehmen sinn. eine konzentration der mittel mag schon angezeigt sein. aber pr- und marketing-budgets, die direkt von der quartalsentwicklung abhängig sind, sind dysfunktional.  es ist jetzt die zeit, die pr-planung auf die krise einzustellen, nicht die zeit die budgets zu kürzen.

wie sich in der krise die pr ändern muss, hängt einzig und allein von den spezifischen problemen des unternehmens ab: vielleicht braucht es eine verschiebung von vertriebsorientierter auf markenkommunikation, vielleicht eine refokussierung innerhalb der produkt- und angebotspalette, vielleicht eine stärkere partnerkommunikation. let’s talk about!