Für alle Fälle Fax

Ich arbeite in einer High-Tech Agentur für High-Tech Branchen, mit Arbeitsmitteln, die man getrost als Stand der Technik bezeichnen kann – schließlich nimmt vibrio für sich in Anspruch, bei PR 2.0 und Marketing 2.0 so weit zu sein wie sonst nur eine Handvoll anderer. Unsere IT ist leistungsfähig, unsere Admins schnell und flexibel, unsere Software auf dem neusten Stand.

Und dann haben wir noch das da: ein Brother Fax8360P

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Wir müssen und für dieses archaische Kommunikationsmittel (der erste Faxdienst wurde 1865 zwischen Paris und Lyon eingerichtet) nicht schämen. Hand aufs Herz: wer hat im Zeitalter von mobilem Internet, IP-Telefonie und Unified Communications kein Faxgerät im Haus? Es ist aus unserer Bürolandschaft nicht wegzudenken – und das hat einen Grund.

Wie sich in einer aktuellen Umfrage unter 700 Unternehmen* im deutschsprachigen Raum zeigt, sind Fax immer noch stark im Gebrauch. Jedes dritte Unternehmen empfängt und/oder verschickt mehr als 500 Faxe monatlich. Nach Telefon und E-Mail wird das Fax als drittwichtigstes Kommunikationstool geschätzt.

Vorteil Fax? Wo Unternehmen auf E-Mail setzen, wo auf Fax. Quelle: Ferrari electronic
Vorteil Fax? Wo Unternehmen auf E-Mail setzen, wo auf Fax. Quelle: Ferrari electronic

Warum nur, in alles in der Welt, setzen selbst fortschrittlichste Unternehmen auf diesen vermeintlichen Technosaurier? Zwei Gründe: Sicherheit und Nachweisbarkeit. E-Mails sind leicht gelöscht (oder gar gefälscht), Briefe dauern zu lange. Wer einen Auftrag geben oder eine Bestätigung senden will, der verlässt sich auf das Fax – nicht immer ein Papierfax, aber doch immer noch recht oft (57 Prozent haben noch Kästen wie unseren Brother). Papier ist geduldig, und kann auch nach 5 Jahren noch für Steuerprüfung oder Audit herangezogen werden. Ganz abgesehen davon, dass es psychologisch greifbarer ist als eine digitale Bestätigung des Bestellungseingangs.

Wie sieht die Zukunft des Faxes aus? Wird es nach 150 Jahren der Wählscheibe, Audiokassette und dem Trabbi in die technische Mottenkiste folgen? Wetten werden angenommen. Die aktuelle Studie zeigt allerdings eine überraschende Entwicklung: Unternehmen schaffen das Fax nicht ab, wenn sie die hässlichen grauen Kisten entsorgen (sorry, Brother Fax8360P). Vielmehr digitalisieren sie deren Dienste, fügen sie in ein Unified Communications-Konzept ein und nutzen deren Vorteile (die Rechts- und IT-Sicherheit) weiter, oftmals in Kombination mit den Vorteilen der modernen IT (Kostenvorteile bei der digitalen Speicherung, Suchmöglichkeiten, Flexibilität). Das beste aus zwei Welten und drei Jahrhunderten, harmonisch vereint. Das Fax wird in seiner techno-ökologischen Nische überleben.

Anderer Meinung? Kommentare bitte per Fax an 089 32151 77

* Die Umfrage „Wie wichtig ist Fax in Unternehmen?“ von Ferrari electronic, über deren technische Seite dieser Blog bereits berichtete (http://www.vibrio.eu/blog/?p=2905#more-2905) ist vollständig unter www.ferrari-electronic.de/Studie2011 verfügbar.

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