quo vadis omd?

killepitsch

Gerade komme ich von der online marketing düsseldorf und bin ebenso angetan wie irritiert: eine tolle Messe war das in den vergangenen beiden tagen (mittwoch und donnerstag): volle gänge, volle stände, zufriedene aussteller, völlig überfüllte vortragssäle. und – erstmals in diesem jahr – ein erfolgreiches matchmaking-konzept: allein 3.500 besucher haben sich laut gut informierten kreisen für die guided tours angemeldet. wann hat man das schon in unserer branche? ach ja: und immer mehr aussteller und besucher scheinen aus dem ausland zu kommen. die welt zu gast in der provinz – verzeihung liebe düsseldorfer und killepitschtrinker  😉

die qualität der speaker und aussteller war hervorragend. freilich nervten auch in diesem jahr die organisatorischen mängel: überlange wartezeiten an der registrierung (jedenfalls am mittwoch vormittags um 10 uhr), schlechte beschilderung, meeting areas im freien (düsseldorf ist im regen auch nicht schöner, als hannover).

für blogger gab es einen eigenen bereich (gut so), journalisten wurden weitgehend von langweiligen pressekonferenzen verschont und hatten zeit sich um die aussteller zu kümmern (sehr rücksichtsvoll).

das schönste aber: die branche war wirklich weitgehend komplett versammelt. wer im bereich online marketing etwas zu sagen hat war da: die großen vermarkter ebenso, wie die kleinen agenturen und software provider; hübsch getrennt: die schönen stände der vermarkter in halle 10 (microsoft, yahoo, google, tomorrow focus, united internet usw.), die büdchen der agenturen und lösungsanbieter in halle 11.

und doch hatte das ganze ein wenig den geschmack von abschiedstournee. denn alle hatten ein thema: wird es die omd im kommenden jahr noch geben? die branche weiss ja seit langem, dass die verbände, allen voran der bvdw, im nächsten jahr mit einer konkurrenzveranstaltung namens dmex nach köln ziehen, während omd-gründer und -geist alexander felsenberg mit seiner omd in düsseldorf bleiben will. beide buhlten in den vergangenen beiden tagen heftig um die gleichen kunden, um die gleichen aussteller. zwei getrennte online marketing messen braucht der markt wie amerika bush oder ein fisch ein fahrrad. dem vernehmen nach macht felsenberg kontrakte für frühbucher mit 10 prozent anzahlung. man will sich seine aussteller ja sichern. und qualität wird auch versprochen. die wichtigsten meinungsmacher der branche sollen im kommenden jahr auf kosten der veranstalter eingeflogen werden und den interessierten ausstellern „zugeführt“ werden. matchmaking auf vip-niveau. in den usa macht man sowas schon seit langem. es wird zeit, dass auch hierzulande mal ein veranstalter so innovativ und nachhaltig über die bloße verkaufe von ausstellungsflächen hinausdenkt. die münchner systems hat da in den letzten jahren auch einiges vorzeigen können. dem team um felsenberg scheint das alles sehr gut zu gelingen.

ob aber qualität alleine zum überleben reicht, wenn die wichtigen verbände das ding in köln unter ihre kontrolle bringen wollen? die meisten aussteller erwarten eine spaltung in die grossen vermarkter aus der halle 10, die nach köln wandern könnten und die krauterer aus halle 11, die in treue zu felsenberg stehen würden. hinter vorgehaltener hand spekuliert man darauf, dass felsenberg bis anfang kommenden jahres auf der basis konkreter voranmeldezahlen entscheiden will, ob die omd noch einmal stattfinden kann oder ob er sich im kampf gegen die verbände geschlagen geben muss. eine spontanbefragung unter 16 ausstellern (wirklich nicht repräsentativ und von mir selektriv ausgewählt: nur „nette“ menschen) erbrachte folgendes ergebnis: 7 wollen im kommenden jahr nach köln, drei bleiben definitiv den düsseldorfern treu, sechs wissen noch nicht so recht, was sie tun sollen. das sieht nicht gut aus. endlich hat deutschland mal eine erfolgreiche hightech-messe mit wachsender internationaler ausstrahlung und dann begehen die verantwortlichen harakiri. aber in sachen spaltung macht uns deutschen selten einer was vor.

2 Gedanken zu „quo vadis omd?“

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