#Isarcamp 2014 – Meine erste Barcamp-Erfahrung

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Die dritte Münchner Webwoche (19. bis 25.05.14) #mww14 ging am Samstag zu Ende. Damit auch der letzte Teil der Veranstaltung – mein erstes Barcamp – das #Isarcamp. Das Isarcamp ist ein Hybrid aus Konferenz und Barcamp mit insgesamt 11 Keynotes und 21 Barcamp-Sessions. Ein gutes Format, das sowohl Information als auch Diskussion und Austausch versprach und brachte. Mein erstes Barcamp war also oder volle Erfolg.

Nach den Keynotes folgte die erste Schrecksekunde: die persönliche Vorstellung. Bei gut über 50 Teilnehmern hatte ich damit nicht gerechnet. Aber so kompliziert war es dann gar nicht: Der eigene Name – gut, das krieg ich hin; der Twittername – @mucspatz check; drei Hashtags, für die du dich interessiert und die dich ein bisschen persönlicher beschreiben dürfen – urks, also #Socialmedia –klar – #PR – naheliegend – und das einfachste #Backen. Das habe ich am Samstag gleich ausgelebt und der lieben Kerstin Kitzmann ein paar Brownies mitgebracht. (Nochmal, danke für die tolle Orga, Auch an das gesamte Isarnetz-Team.)
Der Ablauf am ersten und am zweiten Tag des Isarcamps war gleich. Zuerst sechs Keynotes (jeweils zwei davon parallel), am Nachmittag folgten darauf die (Barcamp-) Sessions, die von den Teilnehmern selbst geplant bzw. im Vorfeld auch schon vom Team des Isarcamp gesammelt und auf der Homepage angekündigt wurden. Besonders drei Keynotes haben es mir angetan.

Was bei mir Eindruck machte:

Mein absolutes Highlight auf dem Isarcamp war die Session „pledge-turn-prestige, the snowden pitch“ von Marcus JH Brown, Creative Director We are Social, Germany. Den Beitrag hatte er bereits auf der re:publica 2014 gehalten – für uns hatte er das Ende ein wenig abgewandelt. Den Vortrag, den er auf der re:publica gehalten hat kann man hier online sehen.

Die Vorstellung von Google Glass

Die erste Keynote am Freitag „Google Glass und Wearable Technology – Ein vorübergehender Trend oder die Zukunft?” von Alissia Iljaitsch, Executive Director EMEA-Vectorform, hat die Möglichkeiten von Google Glass im Alltag beleuchtet und die rechtlichen Hindernisse in Deutschland angerissen. Besonders spannend: Auch in Amerika gibt es Gegenbewegungen zur Google Glass, z.B. die Anti-Cyborg-Movements. Die Barcamp Session von Clemens Conrad, CEO von Vectorform baute auf jener Keynote von Alissia Iliaitsch auf. Die erste Frage: Beunruhigt euch die Einführung von Google Glass oder seid ihr deshalb freudig aufgeregt? Die Antwort aus dem Plenum: 50/50. Vielleicht, nur um uns die Angst zu nehmen, durften wir die Brille auch aufsetzen – allerdings ohne #lifelogging.

Google Glass

Google Glass

Öffentlicher

„Social Inzest“ mitten in Digitalien

Die zweite Keynote hielt Klaus Eck, Gründer und Geschäftsführer der Eck Consulting Group. Sie drehte sich um „Kundenansprache 2.0 – Möglichkeiten der digitalen Transformation”. Besonders ein Satz dieser Keynote bleibt mir im Gedächtnis:

Social Inzest ist, wenn sich diejenigen in der Medienblase gegenseitig etwas vormachen.

Ein Knaller, der einschlug – positiv wie negativ. Aber er hat es auf den Punkt gebracht. In einer Session kam eben jenes Thema nochmal aufs Tablett: „Leben wir in Digitalien auf einer Insel?“ Keine leichte Frage, denn wo fängt Digitalien an? Sind erst passionierte Webverrückte, Twitterati, Google+ Nutzer, Swarmer,… dort angekommen? Nein. Mein Kollege Markus Pflugbeil fasste das gut zusammen:„Jeder U65 ist in Digitalien angekommen – doch manche haben es noch nicht gemerkt. Sie nutzen das Internet nur als eine Art Telefonbuch, verschicken E-Mails, nutzen Google, sind aber noch nicht in den sozialen Medien aktiv.“ Um dem „Social Inzest“ zu entgehen, müssen wir also versuchen, die Personen dort abzuholen, wo sie gerade in Digitalien stehen. Erst so können wir ihnen zeigen, dass es dort schon Autobahnen gibt, die einen besonders schnell zu interessanten Plätzen und Gesprächspartnern bringen können. Das ist wohl eine der Herausforderungen – nicht nur des nächsten Isarcamps – sondern aller Veranstaltungen, die in diesem Umfeld nicht nur die üblichen Verdächtigen ansprechen wollen.

Payback – Datensammler und Korrelationsspezialisten

Mein dritter Favorit war Herr Dr. Bohl von Payback am Samstag. Sein Thema: „Das #PKT Innovationslabor – eine firmeninterne Startup-Initiative zur „Digitalen Beschleunigung“. Was Herr Bohl uns sagen wollte, war, dass Payback mehr ist als eine Plastik-Bonuskarte und was mit Big Data so alles möglich ist. Schon jetzt werden mehr Online-Coupons aktiviert und dann an der Kasse z. T. automatisch eingelöst als ausgedruckte Gutscheine. Der Ideenapparat #PKT will die digitale Transformation vorantreiben und versucht mit Mathematik neue Wege für Payback zu finden. Wussten Sie z.B. das Menschen, die weniger Socken erwerben, eher Tee kaufen? Der Slogan des #PKT Ideenapparats:

Du willst es. Du kannst es. Mach‘ was draus.

Generell bin ich begeistert vom Isarcamp 2014, das war eine wirklich tolle Veranstaltung. Themen, Referenten und Teilnehmer waren interessant, vielseitig und spannend. Insgesamt glaube ich, dass das Format Barcamp Zukunft hat, dazu aber wachsen und eine Revolution erfahren muss. Damit nicht mehr nur Altbewährtes widergekaut, sondern Raum geschaffen wird, in dem Neues entdeckt und gedacht werden kann. Wie das am Ende aussehen kann, ist sicher den einen oder anderen Gedanken wert – Vielleicht auf dem nächsten Barcamp?

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