Steve Wozniak zum 70. Geburtstag: Der Computer ist kaputt

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Ich gratuliere Steve Wozniak, WoZ, sehr herzlich zu seinem großen Jubiläum, denn ich habe ihm viel zu verdanken – zum Beispiel, dass ich es bei Microsoft länger als drei Tage ausgehalten habe. Was für ein Glück, dass ich meinen beruflichen Einstieg in die PR-Welt ausgerechnet bei der PR-Agentur für Apple Deutschland fand. Mein erster Volo-Arbeitstag sah so aus: kurzer Rundgang durch die Agentur inklusive Anleitung für die Kaffeemaschine. Die dauerte ungefähr so lange wie die anschließende Einweisung in die Bedienung des Mac. Alles klar.

Nach 18 Monaten war das Volontariat geschafft und ich wechselte 1988 vom Apfel hinüber zur Birne, zu Microsoft. Der erste Arbeitstag als

frischgebackene PR-Assistentin war ein Rundgang durch die Firma, was damals nicht länger als eine halbe Stunde dauerte. Den paar Mitarbeitern waren schnell die Hände geschüttelt. Dann ging’s an den Schreibtisch, auf dem ein riesiger Compaq-PC stand. Wo bitte ist die Maus? Ich schaltete das Teil an und sehe einen schwarzen Bildschirm, worauf ein Sechspunkt großes grünes C:\\ blinkte. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich auf dieses C starrte und darauf gewartet habe, dass was passiert. Ich stützte mein Kinn mal in die rechte, dann wieder in die linke Hand, rechts, links. Ich schaltete den PC aus und wieder ein. Der Bildschirm blieb schwarz.

Ohne Mac nix Microsoft

Dann fasste ich allen Mut eines Probezeitlers zusammen und sagte zum Chef Michael Kausch: „Duhu, der Computer ist kaputt. Definitiv.“ „Aber nein“, sagte der. „Du musst hier F irgendwas drücken, dann kommen da unten die Programme, die du per Tab…“ etcetera etcetera. Nach drei Tagen war mir klar: Nein, diese Suppe ess‘ ich nicht. Und ich drohte so keck, wie es nur junge Menschen können: „Wenn ich hier keinen Mac bekomme, dann war’s das bei Microsoft.“ Das war mein voller Ernst.

Weil mein Chef damals wie heute ein gutmütiger Mensch ist und sich wohl keine neue Bewerbungsrunde antun wollte, bekam ich einen Mac. Wie wunderschön! Alles gut, die Welt war im Lot. Der Steve-Steve-Comp machte nicht nur mich glücklich, sondern brachte auch das Herz des Produktmanagers für die MS Office-Suite für Apple zum Leuchten. Einen Apple-Fan in der Microsoft-Pressestelle zu haben, das war ein Jackpot in dieser C-Prompt-Welt. Als allerdings Windows 3.1. auf den Markt kam, nahm man mir den Mac dann doch weg – und ich trug Trauer. Jahrelang.

Groupie im Glück

steve wozniak bei vibrio

Steve Wozniak auf dem von vibrio gesponsorten Tweakfest 2007

Als ich Steve Wozniak 2007 auf dem Tweakfest in der Schweiz begegnete, wartete ich doch glatt wie ein Backfisch-Groupie darauf, ihm die Hand geben zu dürfen und stammelte dabei, dass ich ihm so dankbar wäre, weil ich doch mal in Deutschland in der PR-Agentur für Apple gearbeitet habe und dass es soo toll war und… Er lächelte freundlich: „Oh, you did? Great.“ Sprach‘s und eilte weiter. Yes, Mister Wozniak, indeed. It was great. Thank you. And happy birthday to you.

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