Republishing auf LinkedIn und das Duplicate Content Problem

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Duplicate Content und LinkedIn

„Sie (einer unserer Kunden; Anm.d.Verf.) überlegen, Content aus dem Blog auf LinkedIn Pulse zweitzuverwerten und vice versa. Nun schrillen bei mir da die „Duplicated Content“-Alarmglocken“.

Dieser Alarmruf einer meiner Mitarbeiterinnen ereilte mich vor wenigen Tagen. Und er hat mich gefreut. Und zwar gleich aus zwei Gründen:

  • Zum einen hat meine Kollegin da gut mitgedacht: „Duplicate Content“ ist eine große Gefahr bei der Mehrfachverwertung von Inhalten auf unterschiedlichen Online-Plattformen.
  • Zum anderen freut es mich immer, wenn wieder einmal einer meiner Kunden den Wert von LinkedIn für die Unternehmenskommunikation erkennt.

Wie aber sieht die Problemlösung aus? Wertet Google die Wiederveröffentlichung eines Blog-Beitrags auf LinkedIn als Duplicate Content? Droht damit eine Abstrafung des eigenen Unternehmens-Blogs?

Die Antwort gebe ich gleich nach diesem Cliffhanger 😉

Eher nein!

Google selbst hat die Frage eigentlich klar beantwortet:

“If you syndicate your content on other sites, Google will always show the version we think is most appropriate for users in each given search, which may or may not be the version you’d prefer. However, it is helpful to ensure that each site on which your content is syndicated includes a link back to your original article. You can also ask those who use your syndicated material to use the noindex meta tag to prevent search engines from indexing their version of the content.” (Quelle: Google)

Google bestraft nicht automatisch jede Seite, die Inhalt bereit hält, der auch auf einer anderen Seite erschienen ist. Google straft Seiten ab, die gezielt und regelmäßig sich anderswo Inhalt besorgen und selbst nur noch „Republishing-Plattformen“ sind oder die – und darum geht es eigentlich – die die Google-Ergebnis-Seite mit ein und demselben Inhalt dominieren will.

Nutzt man seinen Inhalt auf mehreren Seiten kann man dieser Gefahr für gewöhnlich dadurch begegnen, dass man eine der Seiten mit einem noindex-follow-Meta-Tag indiziert. Dann liest Google den „kopierten“ Artikel gar nicht erst aus und zeigt ihn in seinen Ergebnissen nicht an. In anderen Fällen macht ein Canonical Link Sinn. Ich verweist der duplizierte Inhalt automatisch auf die Seite mit dem Originalinhalt.

Alle diese Verfahrensweisen funktionieren aber bei einer Wiederveröffentlichung eines Beitrags aus einem Corporate Blog auf LinkedIn nicht. Deshalb emofiehtl sich hier eine andere Vorgehensweise:

Man dupliziert den Beitrag auf LinkedIn, macht aber kenntlich, dass es sich um eine Wiederveröffentlichung eines Artikels auf dem eigenen Blog handelt und verlinkt diesen Hinweis auf die Originalveröffentlichung. Google wird diesen Hinweis auslesen und verstehen, dass es sich nicht um den Versuch handelt, das Google-Regelwerk zu umgehen. Google wird – so sehen dies alle mit bekannten SEO-Experten jedenfalls – den Wiederveröffentlicher nicht abstrafen.

Joost de Valk, Gründer von Yoast, empfiehlt konkret:

To be honest, if you post your own blog post first, make sure that it’s indexed in Google and then post it on Pulse with a link underneath the posting: “This post originally appeared on…” linking back to your blog post. If you do this, you should be okay. (Quelle: Ask Yoast)

Wie also sollte man LinkedIn zur Content-Syndication nutzen? 

Je nach Relevanz des eigenen Blogs kann es nun sein, dass die Veröffentlichung auf LinkedIn vor oder nach dem Originalbeitrag auf Google rankt. Es kann also sein, dass ein Autor, der auf LinkedIn gut vernetzt ist, aber nur einen schwachen eigenen Blog oder einen schwachen Firmen-Blog betreibt, über die LinkedIn-Veröffentlichung seinen Originalbeitrag in den Google-Ergebnissen nach unten schiebt. Aber ist das schlimm? In der Regel wohl eher nicht. Auch deshalb ist es ja sinnvoll, dass der Beitrag auf LinkedIn den eigenen Blog mindestens mit einem Link und einem Hinweis bewirbt. Denn letztrlich sind natürlöich die eigenen selbstbestimmten Plattformen die wichtigsten Anker im großen Netz.

Meine Tipps zur Content-Syndication sind einfach:

  1. Ich empfehle immer eine Erstveröffentlichung auf dem eigenen Blog und die Nutzung aller Social-Media-Kanäle zur Bewerbung dieser Originalveröffentlichung. Nichts ist so wertvoll, wie ihre eigene Plattform.
  2. Ausgewählte Beiträge sollten auf Ihrem persönlichen LinkedIn Profil als Artikel veröffentlicht werden. Die Artikel-Plattform von LinkedIn ist als LinkedIn Pulse bekannt geworden.
  3. In der Regel sollten die Artikel auf LinkedIn ein wenig gekürzt wiederveröffentlicht werden, da dann für den Leser ein Mehrwert darin besteht, den Originalbeitrag auf ihrer eigenen Plattform aufzurufen.
  4. Hierfür und zur Information von Google über die Quelle des Inhalts muss der Artikel auf LinkedIn zwingend einen Hinweis auf die Originalquelle mit Link auf diese Quelle beinhalten.
  5. Analysieren Sie laufend, wieviele Personen auf LinkedIn Ihre Artikel aufrufen und wer Ihre Artikel auf LinkedIn liked, kommentiert und shared.
    duplicate content linkedin
  6. Kontaktieren Sie ausgewählte neue Leads im Sinne von Lead Generation und Lead Management zeitnah.
Content Syndication auf LinkedIn

Kontaktieren Sie gegebenenfalls Leser Ihres Artikels, die den Beitrag geteilt haben als neue Leads.

LinkedIn ist eine herausragende Plattform für Content-Syndication

  • weil Sie – ohne Edgerank – grundsätzlich alle Ihre vorhandenen Kontakte adressieren können.
  • weil Sie die Chance haben über eine Auswahl der LinkedIn-Redaktion oder den LinkedIn-Content-Algorithmus neue Zielgruppen zu erreichen.
  • weil Sie Leads aus direkten Reaktionen erkennen und kontaktieren können.

Vielleicht werden Sie einen Ausschnitt dieses Artikel auch eines Tages auf meinem LinkedIn-Profil entdecken. Kann schon sein.

1 Antwort
  1. Ritchie Pettauer | datenschmutz.net
    Ritchie Pettauer | datenschmutz.net says:

    Ein spannendes Thema – ich würde außerdem meinen, es hängt auch vom Umfang des Artikels ab. Sehr ausführliche Tutorials würd ich nicht unbedingt syndizieren, sondern nur Abstracts posten. Zum duplicate Content: Wenn Google die eigene Seite mal als Primärquelle identifiziert hat, wird der LI Eintrag nie weiter vorne ranken. Dass er das manchmal tut, zeigt, dass ein Linkback nicht unbedingt zuverlässig ist, um DC kenntlich zu machen. Ich würd auch auf jeden Fall schauen, wie oft der Google-Bot die eigene Seite besucht – und den Beitrag erst auf LI posten, wenn das Original bereits indexiert ist.

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