Nabelschau: Zufriedene Mitarbeiter nur in Großagenturen?

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vibrio retreat 2013

vibrio Retreat – Workshop zur Agentur-Strategie

vibrio wird in zwei Wochen seinen jährlichen Retreat veranstalten. Da setzen sich alle Agentur-Mitarbeiter für zwei Tage  zusammen und diskutieren abseits vom Alltagsstress „die großen Fragen des Lebens“:

  • Wohin gehen wir?
  • Woher kommen wir?
  • Und warum sind wir nicht einfach dort geblieben?

In Vorbereitung auf das große Tohuwabohu bereite ich immer eine Art Statusbericht für die Kolleginnen und Kollegen vor. Dabei geht es unter anderem um die Zufriedenheit der Kunden und der Mitarbeiter. Die Kundenzufriedenheit messen wir mit einer Kundenbefragung. Für die Mitarbeiterzufriedenheit gibt es neben den Ergebnissen aus Mitarbeitergesprächen ja auch den Blick in kununu.

In diesem Jahr wollte ich meine These „Am besten geht’s den Mitarbeitern in kleinen überschaubaren Agenturen“ überprüfen. Deshalb hab ich mir die kununu-Profile der 15 größten PR-Agenturen in der Branche ITK einmal näher angesehen. Und das Ergebnis war überraschend!

kununu paradox: Zufrieden sind die Mitarbeiter vor allem in Großagenturen

Ganz entgegen meiner Annahme nämlich gibt es offenbar einen „positiven“  Zusammenhang zwischen Agenturgröße und Mitarbeiterzufriedenheit; jedenfalls bei den Technologie-Agenturen: je mehr Mitarbeiter eine Agentur hat, desto zufriedener sind in der Regel deren Mitarbeiter – mit einer Ausnahme: das Zufriedenheits-Ranking wird von der kleinen Agentur vibrio angeführt. Auf den Rängen 2 bis 5 aber folgen die vier umsatzstärksten Agenturen der ITK-Branche. Erst danach kommen die anderen kleinen Agenturen:

Kununu Ranking

vibrio liegt zwar im Ranking der deutschen ITK-Agenturen nur auf Rang 14, belegt aber in Sachen Mitarbeiterzufriedenheit Rang 1. Die umsatzstärkste Agentur landet bei kununu auf Rang 3, die zweitgrößte auf Rang 2, die drittgrößte auf Rang 4 und die viertgrößte auf Rang 5. Erst danach kommen die Agenturen, die im Umsatz-Ranking die Positionen 5 bis 13 einnehmen. Für die Agenturen 1 bis 4 liegt der Korrelationskoeffizient nach Pearson immerhin bei recht deutlichen 0,8. Wer groß ist, dessen Mitarbeiter sind in der Regel zufriedener.

Woran liegt das? Da kann ich im Moment auch nur Hypothesen bilden:

  • Es könnte zum Einen daran liegen, dass in kleineren Agenturen die Managementqualifikationen oft nicht sonderlich ausgeprägt sind.
  • Desweiteren können größere Agentur ihren Mitarbeitern natürlich bessere individuelle Wachstumsperspektiven in Bezug auf Gehalt und internen Aufstieg bieten. Bei kleinen Agenturen wie vibrio gibt es für Mitarbeiter allenfalls die Chance in Sachen Eigenverantwortlichkeit zu wachsen: „Man wächst mit seinen Aufgaben“. Aber wie soll man Gruppenleiter und Abteilungsleiter werden, wenn es keine Gruppen und Abteilungen gibt?
  • Zum Dritten können große Agentur und insbesondere Netzwerkagenturen ihren Mitarbeitern natürlich eher die Chance bieten, auch mal den Standort – vielleicht sogar international – zu wechseln.
  • Und schließlich lassen sich moderne Arbeitsplatz- und -zeitformen wie Home Offices und flexibe Arbeitszeiten in größeren Agenturen tendenziell leichter umsetzen.

vibrio paradox: Hohe Mitarbeiterzufriedenheit ganz ohne Hierarchieversprechen

Ich freue mich sehr, dass wir bei vibrio dem Trend zum Trotz auf kununu sehr ordentlich abschneiden. Und selbst wenn die Zahl der Rückmeldungen bei uns wie bei anderen Agenturen nicht wirklich repräsentativ ist: es sind doch Anzeichen für reale Verhältnisse und Stimmungen. Und wir wären ja sogar noch relativ gut, wenn es ein wenig mehr Kritik auf dieser Arbeitnehmerplattform an uns gäbe 😉

Nun wird es also auf unserem Retreat darum gehen, wie wir gemeinsam die Vorteile eines kleinen überschaubaren Teams mit niedrigsten Hierarchie-Barrieren weiter ausbauen können. Und es wird darum gehen, darüber zu reden, was wir den Vorteilen einer Großagentur entgegensetzen können.  Dabei geht es um nachhaltige Vorteile für Mitarbeiter, aber ganz besonders natürlich auch um nachhaltige Vorteile für unsere Kunden. Ich bin gespannt auf die Debatten.

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