Messe München diskutiert Zukunft von SYSTEMS bzw. discuss & discover

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Derzeit führt die Messe München offenbar eine Umfrage unter registrierten Besuchern ihrer bisherigen IT-Veranstaltungen SYSTEMS und discuss & discover durch. Jedenfalls habe ich heute die Einladung zur Teilnahme an der Online-Befragung erhalten. Abgefragt werden die Interessen der potentiellen Besucher einer Münchner IT-Messe.

Eine Ausrichtung von Messe-Events an den Bedürfnissen potentieller Besucher ist natürlich löblich, doch sagt der dabei genutzte Fragebogen auch einiges über die Erwartungshaltung des Messe-Veranstalters aus:

So wird zwar nach dem Interesse an Ausstellung, Kongress, Firmenveranstaltungen, offenen Foren und Social Events gefragt; das Interesse an Online-Aktivitäten, die im Konzept der discuss & discover noch eine gewisse Rolle spielten und zum Beispiel für die CeBIT immer wichtiger werden, wird von den Münchnern aber erst gar nicht mehr angefragt. Spielt für eine künftige Münchner ITK-Veranstaltung das Internet keine Rolle?

Auch sind als mögliche Beteiligungsformen der Interessenten nur noch „Besucher“ und „Aussteller“ vorgesehen. Von einer Beteiligung über Speaker Slots oder ausschließlich über eigene Events auf und während der Messe ist nicht mehr die Rede. Die SYSTEMS 2008 und stärker noch die discuss & discover haben ja erstmals Beteiligungsmöglichkeiten für Nicht-Aussteller etabliert und damit eine jahrtausendalte Grundveste des Messe-Wesens („Wir definieren uns und unseren Erfolg über Quadratmeter“) heftig in Frage gestellt.

Die „discuss & discover“ des Jahres 2010 war also wohl eher doch kein Einstieg in neue Münchner Messe-Welten. Man wird sehen, ob die alte SYSTEMS wieder auflebt und München sich künftig an der „bodenständigen“ Stuttgarter IT & Business orientieren wird. Dann bleiben uns Münchnern ja immerhin die Internet World und die SMX/eMetrics als Ausblick in das Zeitalter von Social Computing und Social Enterprise. Und die Fahrscheine nach Berlin, Hannover und Köln …

2 Kommentare
  1. Avatar
    Manfred Salat says:

    Lieber Herr Dr. Kausch,

    wir richten das neue Event nach den Interessen der Besucher und der Aussteller aus. Sie haben hier den Besucherfragebogen erwischt, der etwas anders gestrickt ist, als der Fragebogen für Aussteller.

    Berücksichtigt haben wir, dass Besucher normalerweise nicht als Speaker oder als Veranstalter eines Kunden-Events in Frage kommen, weshalb diese Fragen dort bewußt weggelassen wurden.

    Das Thema Online-Aktivitäten, Social Computing und Social Enterprise hat zuerst einmal für uns als Veranstalter Priorität. Sobald das Konzept steht, gehen wir mit allen Mitteln Online und rufen dann natürlich unsere Kunden auf, sich offen mit dem neuen Event auseinader zu setzten und diesen mit zu gestalten – die Befragung ist ein erster Schritt dorthin.

    Die bereits abgeschlossene Ausstellerbefragung zeigt übrigens, dass von 600 befragten Unternehmen 80% die klassiche Beteiligung auf einer Messe als sehr wichtig ansehen, knapp 50% jeweils Bühnenvorträge oder Speaking-Slots im Kongress in den Vordergrund stellen und immerhin 42% eine Beteiligung über ein so genanntes Corporate Event als wichtig erachten.

    Für die meisten IT-Unternehmen hat also immer noch die reine Messebeteiligung höchste Priorität. Die Konzeption der neuen IT-Veranstaltung 2011 wird darauf Rücksicht nehmen, ohne dabei die anderen Beteiligungsformen auszuschließen.

    Sicher ist: Eine Messegesellschaft lebt in erster Line vom Erfolg, der sich hautpsächlich über die vermietete Fläche erwirtschaften läßt. Dies ist in München, Hannover, Berlin oder Köln immer das gleiche Spiel. Das schließt aber nicht aus, dass man sich intensiv Gedanken über andere Veranstaltungsformate macht und andere Beteiligungsformen anbietet.
    Sicher ist aber auch: Der Wurm muss immer dem Fisch schmecken!

    Unsere befragten Aussteller sind übrigens zu 88% der Ansicht, ein IT-Event in München muss sein und geben zudem an, sich 2011 auch daran beteiligen zu wollen. Damit wäre für eine ganze Reihe unserer Kunden eine Fahrt nach Hannover oder Stuttgart nicht mehr notwendig.

    Einstweilen Beste Grüße
    Manfred Salat

  2. Avatar
    Michael Kausch says:

    @Manfred Salat

    In der Tat: München als wichtigste Technologieregion Zentraleuropas braucht eine starke und innovative IT-Messe. Der Messe München ist bei der Konzeption und Durchführung eines solchen Events viel Erfolg zu wünschen. Messen sind wichtig im Marketing-Mix und werden leider noch immer vielfach unterschätzt (https://www.vibrio.eu/blog/?p=1874).
    Auch dem Primat klassischer Stände ist – für heute und die nächsten Jahre – nicht zu widersprechen. 42 Prozent Interesse an Corporate Events zeigen aber, dass hier noch ein enormes Potential für neue Event-Formen liegt. Dieses zu heben wird ein wichtiger Erfolgsfaktor im Wettbewerb mit anderen Messe-Standorten sein.
    In diesem Sinne lieber Manfred Salat: Glück auf!

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