Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 2: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

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Sascha Lobo mit Intel-Chairman Craig Barrett auf der WebCiety (Photo: CeBIT)

Die CeBIT 2009 ist vorbei. An dieser Stelle möchte ich in fünf Posts einige sehr persönliche Schlussfolgerungen aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion stellen: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Die WebCiety war sicherlich ein sehr starkes und überzeugendes Konzept der CeBIT 2009. Die umfangreichen Marketingaktivitäten des Veranstalters taten ein Übriges, dass wohl nirgendwo auf der Messe eine höhe Kamera-Dichte zu messen war, als ausgerechnet hier im hintersten Eck der Halle 6.

In tiefschwarzen sechseckigen sogenannten „Homebases“ versammelten sich Aussteller wie Communardo, EyeT, Hallo Welt!, I-D Media, Impossible Software und Sapient. Vor allem aber bot die Bühne der WebCiety zahlreiche und überwiegend sehr interessante Diskussionen. Am Freitag fand gar die re:publica hier statt. So konnte man in der Tat unzählige interessante Menschen auf engstem Raum treffen; vor allem natürlich fast alle Adabeis der deutschen und internationalen Weblog-Szene, von Sascha Lobo (der mit der roten Bürste auf dem Kopf) bis zu zu den spreeblickern, aber immer wieder auch in edle Stoffe gewandte Menschen aus Unternehmen, die sich hier schlau zu machen suchten über die seltsamen Dinge, die da im Web 2.0, 3.0 und sonstnochwo auf uns zukommen.

Und genau hier liegt meines Erachtens der Schlüssel zum Erfolg der Münchner discuss & discover im Oktober diesen Jahres. Die Hannoveraner WebCiety stand unter dem Motto „Internet ist coming home“. Hier gab sich die Szene der Blogger und Twitterer ein Stelldichein. Das Münchner B2B-Event kann und muss aber das „Enterprise 2.0“ für sich entdecken. Eine „WebCiety“, die sich dem Austausch der Avantgarde der Szene mit den Entrepreneurs aus den Unternehmen verschreibt, kann von Hannover viel lernen und muss freilich über das, was in Hannover geboten wurde, weit hinausgehen.

Es ist zu zeigen, wie Firmen-Wikis das Wissensmanagement im Unternehmen und wie Corporate Blogs die Mitarbeiter- und Kundenkommunikation verändern werden. Das Web 2.0 als Medium der Information Worker muss das Thema der discuss & discover sein. Der gruftig-schwarze Charakter der WebCiety dient dieser Kommunikation sicherlich nicht. Nicht alles was schwarz trägt, ist auch Design! Vor allem aber müsste München etwas bieten, was ich in Hannover schmerzlich vermisst habe: innovative Tools zum Match Making zwischen den Vertretern der verschiedenen Welten. Die Konfrontation von Craig Barrett mit Sascha Lobo war ja eher die Ausnahme. Es braucht aber Orientierungshilfen für moderne Kommunikationsprofis aus etablierten Uuternehmen, wie sie die passenden Dienstleister und Berater aus der Web 2.0-Ära finden und treffen können. Es braucht verstärkt Best Practice-Beispiele zum Thema Enterprise 2.0. Es braucht vernünftige Meeting Lounges statt der furchbar ungemütlichen Kaffee-Ecken in Hannover. Und es braucht eine Integration von etablierten Unternehmen wie Oracle und Microsoft in das, was in München an die Stelle der WebCiety treten kann. Dann wäre die WebCiety ein Vorbild für die Zukunft der discuss & discover; ein Vorbild, das man freilich rasch übertreffen muss (und kann).

Um folgende Themen geht es diese Woche in meinen fünf Posts zur CeBIT 2009:

Montag: Mut zur Reform statt zur Lücke

Dienstag: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

Mittwoch: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

Donnerstag: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

Freitag: Versuch einer Bilanz

Die Serie erscheint auf der dampflog und auf dem blog der discuss&discover

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