Interne Kommunikation muss kritikfähig sein

talking gently

Das Zitat des Tages stammt von Klaus Lintemeier, Managing Partner bei Deekeling Arndt Advisors. Im aktuellen Newsletter „IK im Fokus“ von Lars Dörfel (ehemals Leiter der Deutschen Presseakademie) schreibt er:

„Die Kampagnenfähigkeit der Arbeitnehmerseite ist der klassischen Internen Kommunikation von Konzernen zumeist überlegen. Betriebsräte und Gewerkschaften müssen so früh wie möglich in den Kommunikationsprozess eingebunden werden. Unternehmen brauchen Dialogbereitschaft und Dialogfähigkeit. Die Fähigkeit, sich mit kritischen Fragestellungen, heiklen Themen auseinandersetzen zu können.“

Lintemeier macht zurecht klar, dass auf dem Gebiet der Internen Kommunikation Geschäftsführer fast immer in der Außenseiterrolle des Davids agieren – für erfolgsverwöhnte Unternehmer mit Allmachtsphantasien eine ungewohnte Rolle, die sie nur selten gelernt haben und noch seltener beherrschen. Deshalb tun sich viele so schwer damit, sich einer dialogorientierten Web 2.0-Kommunikation zu stellen. Dabei sind interne Mitarbeiterblogs, Wikis und Online-Foren ein wichtiger Erfolgsfaktor künftiger interner Kommunikationsstrategien. PR-Agenturen, die diese Instrumente in der Außenkommunikation erfolgreich einsetzen, können die richtigen Partner bei der Konzeptionierung interner Kommunikationsstrategien auf der Basis von Web 2.0 sein.

Nachdem in den vergangenen Jahren immer häufiger die Verantwortung für Mitarbeiterzeitungen und Intranetlösungen von den PR-Agenturen auf Corporate Publishing-Verlage verschoben wurde, erleben wir seit einigen Monaten nun eine Umkehr: auf der Suche nach neuen interaktiven Instrumenten zur Internen Kommunikation werden immer mehr Unternehmen wieder bei uns PR-lern vorstellig. Nur zu!

2 Kommentare
  1. flo
    flo says:

    Nachdem ich ja beide Seiten (Agentur und Interne Kommunikation) kennengelernt habe, muss ich sagen, dass Agenturen und Corp.-Pub.-Verlage für die interne Kommunikation leider immer nur die zweitbeste Löungen sind.
    Das wichtigste an dem internen Job sind die persönlichen Kontakte, das IRL Netzwerk. Hier kommen die guten Stories her, und nur wenn man persönlichen Dialog mit der Belegschaft und beim Betriebsrat glaubwürdig rüberkommt, ist man als Medienproduzent auch wirklich glaubwürdig. Das muss man sich lang und hart erarbeiten. Agenturen und Verlagsleute haben da das Problem, dass sie zusätzlich noch die Barriere haben, „von Außen“ zu kommen. Das Söldner-Image ist kaum auszumerzen. Wenn überhaupt, dann geht das nur, wenn man ein als Person ein Unternehmen über Jahre hin betreut und dann muss man sich als Unternehmen schon fragen, ob eine Anstellung dieser Person auf Dauer nicht doch die günstigere Lösung ist.

    Zu Beratungszwecken taugen Agenturen und Verlage aber allemal: Leider gibts in der Internen Kommunikaiton oft nicht den Willen, neue Medien wirklich zu verstehen und deren Potenzial zu erkennen. Ein Austausch mit den nach Außen gerichteten PR-Disziplinen findet oft zu wenig statt.

  2. Michael Kausch
    Michael Kausch says:

    @ flo
    „Zu Beratungszwecken taugen Agenturen und Verlage aber allemal“. mehr geht in der tat nicht. ansonsten hat flo natürlich recht: in der interne kommunikation wie auch in der externen kommunikation sitzen die wichtigsten kommunikationsleute immer IM unternehmen. diese mit dem blick über den eigenen gartenzaun zu beraten ist mein begehr 😉 nicht mehr und nicht weniger.

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