Google+ – was ist das und warum kümmert es mich?

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Heute ist ein interessanter Tag für die ungleichen Internetunternehmen Google und Facebook. Nicht nur ist Zuckerberg, Gründer des Sozialen Ur-Netzwerks, nun reicher als die Google-Gründer Page und Brin. Sondern Google, jüngst Opfer einer Schmutzkampagne von Facebook, wirft dem Konkurrenten den Fehdehandschuh hin. Das neue Google+ ist der neuste Anlauf des Suchmaschinenspezialisten, im Bereich Social Media Fuß zu fassen.

Was ist drin in „+“, und warum bringt es Google einen Vorteil? businessinsider.com und wired.com haben sich damit befasst, und bis zum Tag, wo ich eine Einladung zum Betatesten von „+“ bekomme, muss ich mir von den beiden Blättern den Mund wässrig machen lassen. Denn Google+ sieht in der Tat aus wie die Zukunft der Social Media. Kein „Facebook-Killer“, sondern ein besseres Google. Weiterlesen

The Musalman–die letzte handgeschriebene Zeitung der Welt

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musalman

In einer Zeit, in der gedruckte Zeitungen um ihr Überleben kämpfen, in der von der Aachener Zeitung bis zur Zwickauer Zeitung die Verlagshäuser vor Internet und Facebook zittern, schreiben vier Inder eine Zeitung von Hand. In schönster Kalligraphie. Manches muss man gesehen haben, damit man’s glauben kann:

Entdeckt bei Thomas Knüwer.

Die CDU versteht das Internet und schon ist es voll!

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Derzeit lässt ein Twittermob das Internet volllaufen. So scheint es jedenfalls, wenn man nach dem Hashtag #VollDasInternet sucht. Quelle der Konspiration ist ein Beitrag des NDR-Fernsehens von der CDU Medianight in Berlin, in dem sich zum Beispiel Kulturstaatssekretär Bernd Neumann zur Überfüllung des Internet äußert. Das Beste seit Kohl’s Datenautobahn:

Danke Spreeblick Zwinkerndes Smiley

Online Image Tracking für die Vereine der Fußball-Bundesliga

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Hidden Heroes

Bild: prmagazin

Das prmagazin veröffentlicht in einer Beilage zur Mai-Ausgabe ein Image-Ranking der deutschen Fußballbundesligisten. Erstellt wurde es mit dem Monitoring-Programm Hidden Images. Hidden Images analysiert Online-Quellen – nach eigenen Angaben rund acht Millionen Quellen – kontextsensitiv semantisch. Gescreent werden Suchbegriffe in ihrem redaktionellen Umfeld: mit welchen Bewertungen, welchen Begriffen wird der Suchbegriff in Verbindung gebracht?

Was kommt dabei heraus?

Wenig überraschend: Borussia Dortmund ist deutscher Image-Meister, die Kieztruppe von St. Pauli der beliebteste Absteiger (“Eine neue Liga ist wie ein neues Leben”). Während die Dortmunder im semantischen Feld bei “Wahnsinn”, “traumhaft” und “hammer” zu finden sind, bilden die roten Teufel vom Betze das Schlusslicht mit den Konnotationen “Betrug”, “Dummheit” und “pleite”. Mit meinem geliebten CLUB fühl ich mich da ein wenig unverstanden (“Sicherheit”), aber wer versteht schon den 1.FCN, immerhin ist die Nürnberger Fahrstuhltruppe in meiner Region eher als “Depp” bekannt, denn als sichere Nummer. Aber es ist allemal schöner auf der sicheren fränkischen Seite zu stehen, als bei den einzigen Bayern der Liga, zu denen Hidden Images nichts anderes einfällt als “von gestern”, “bescheuert” und “peinlich”.

Schreiben lernen mit Fraunhofer – Ein Blog-Tipp nicht nur für PR-Leute

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forschungsblog

Die Zeitschrift “Farbe und Lack” veröffentlichte im Jahr 2008 einen imposanten Beitrag zum Thema “Kleben unter Wasser”. Ein Auszug:

“In der Natur ist Kleben die dominierende Fügetechnik. Die Bioadhäsion von Molekülen bildet die Basis bei der Entstehung aller Lebewesen. Es führt weiter bis zu makroskopischen Klebstoffen tierischen Ursprungs, die in ihrer Funktion und Form unseren Klebverbindungen ähneln. Die Medizintechnik will solche Verbindungen nachahmen.”

Dass man so einen Beitrag auch wesentlich populärer und lesefreundlicher gestalten kann zeigt diese Alternative:

“Wenn man eine beliebige Person auf der Straße fragt, was im Leben wirklich wichtig ist, dann bekommt man genau die Antworten, die in jeder Frauenzeitschrift nachlesbar sind. Falls es Frauenzeitschriften noch gibt. Bei den gängigen, nichtrepräsentativen, aber vermutlich zahlreichen Umfragen zu diesem Thema steht in keinem einzigen Fall unter den Top-20-Antworten: “Mir ist Unterwasserkleben wirklich wichtig.” Man lehnt sich wahrscheinlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass dieser Punkt in Strassenumfragen nicht einmal zu den Top 50 der meistgegebenen Antworten gehört. Allerdings hängt das ausschließlich mit dem Ort der Umfrage zusammen. … Aus dem Bauch heraus geschätzt 10 von 10 Befragten halten Unterwasserkleben für sehr wichtig, wenn man sie im Vorraum eines Operationssaals fragt, in dem Milzrisse operiert werden. Denn Milzrisse sind einigermaßen schwer zu nähen …”

Und dies ist nur der Einstieg in ein wirklich extrem kurzweiliges Lesevergnügen, das uns allen die Fraunhofer Gesellschaft auf ihrem neuen forschungs-blog bereitet.

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Die Telekom–mein Top-Ansprechpartner für Sprache?

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telekomlogo

Eben flatterte eine seltsamschräge E-Mail in mein Postfach, das ich – kurz und straff formuliert – hier ungekürzt wiedergeben kann:

“Gern möchten wir Ihnen unsere Kontaktdaten mitteilen, wo Sie uns jederzeit erreichen können, wenn Sie einen Kontaktwunsch Ihres Kundenberaters haben.”

[Absender: Deutsche Telekom- Ihr Top-Ansprechpartner für Sprachdienste]

OK: wenn mein Kundenberater einen Kontaktwunsch hat, werde ich mal Kontaktdaten von Top-Sprachkünstlern suchen, wo ich jemanden erreichen kann. Alles klar! o tempora, o litteratus …

Oder sucht Ihr vielleicht eine textstarke Agentur?

Onlinerisiko: Jugend

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„Das einzige, wovor Jugendliche geschützt werden müssen, sind die Erwachsenen.“ – Heinrich Böll

Warnungen des BKA sind geeignet, für allgemeine Aufregung zu sorgen. In einer aktuellen Studie kommt das Amt nun zum Schluss, dass „mit zunehmendem Alter […] bei Kindern und Jugendlichen [sich] die Sicherheitsgefährdung des Computers und damit einhergehende Viktimisierungserfahrungen erhöht. Wohlgemerkt: nicht irgendeines Computers, sondern der Familien-PC, dessen Nutzung „die Norm“ zu sein scheint. Ihr Teenager gefährdet ihr Online-Banking!

Hidden Mystique. (SP) by Fayez Closed Account. / © Some rights reserved.

Hidden Mystique. (SP) by Fayez Closed Account. / © Some rights reserved.

Als ob das nicht furchteinflössend genug wäre, sind die kleinen PC-Vandalen auch noch leichtsinnig: „Die meisten Kinder und Jugendlichen haben noch keine vertiefte Risikowahrnehmung für den Bereich der Internetgefährdung entwickelt und schätzen im Durchschnitt das Risiko von Internetkriminalität getroffen zu werden als mittel ein.“ (wobei sich die Frage aufwirft, als wie hoch das BKA dieses Risiko einschätzt. Es mag eine Berufskrankheit sein, dass „mittel“ der Behörde nicht genug zu sein scheint.)

Das Patentrezept gegen diese Gefahr durch jugendlichen Computergebrauch? Neben technischen Maßnahmen wird strengere Aufsicht durch die Eltern empfohlen: „Je stärker die Elternkontrolle ist, umso größer ist die Risikowahrnehmung ihrer Kinder, umso weniger zeigen die Befragten sorgloses oder riskantes Verhalten im Umgang mit Mails und Links und umso weniger besuchen sie illegale Seiten oder betreiben Software-Piraterie.“ Doch, so beklagen die Beamten, an dieser Aufsicht hapert es: „Wie bereits gezeigt wurde, geben ca. 50 % der Kinder und Jugendlichen an, von ihren Eltern kaum bis gar nicht bei der Computer- und Internetnutzung beaufsichtigt oder hinterfragt zu werden.“

Besonders groß scheint das Risiko durch die Nutzung von Angeboten der Softwarepiraterie zu sein – fast 50 Prozent der Jugendlichen gaben zu, sich hier schon vergangen zu haben. Mit den Admin-Rechten, die rund zwei Drittel von ihnen haben, könnten sie so Malware direkt auf den Rechner schleusen. Das schlimme dabei: je besser sie Bescheid wissen, die Teens, desto weniger scheren sie die Risiken, so das BKA.

Da haben wir es wieder: diese Jugendlichen. Leichtsinnig, beratungsresistent, außer Kontrolle. Eine Gefahr für den Familienfrieden. Daran hat sich offenbar seit den 68ern – ach was, seit der Rock’n’Roll Ära, oder vielleicht sogar der frühen Steinzeit – nichts geändert. Aber wie man ihnen beikommt, den jungen Vandalen, weiß das BKA auch: „Darüber hinaus kann ein glaubwürdiger Sender versuchen, die Risikowahrnehmung und damit einhergehende Verhaltensänderungen zu stimulieren, indem er Angst beim Empfänger auslöst.“

Nun ist es natürlich leicht, sich wie dieser Autor einzelne Stückchen aus einer tatsächlich wohl durchdachten Studie herauszupicken und damit ein wenig überspitzt zu formulieren, was vielleicht gerade mal ein latenter Grundgedanke der Studienmacher war (die zu ihrer Entlastung auch großes Augenmerk auf die Gefährdung von Jugendlichen legen, nicht nur auf die durch Jugendliche). Aber gerade die Strategie der Angsterzeugung bei Jugendlichen macht hellhörig, wenn man sich zwei aktuelle Urteile vor Augen hält. Zweimal wurden Betreiber von Filesharing-Angeboten mit vor Gericht belangt: 1,5 Millionen Euro Schadensersatz für eine junge Frau in den USA, 30 Euro Schadensersatz im Falle eines jungen Mannes in Deutschland. Pikanterweise nahm hier das Gericht den Vater des Jugendlichen ebenfalls in die Pflicht: „Der Beklagte zu sei zwar als sog. Störer anzusehen, weil er seinem Sohn unter Verletzung von Überwachungspflichten den Internetanschluss zur Verfügung gestellt habe“ jedoch werde „durch dieses Verhalten […] jedoch keine Schadensersatzpflicht begründet.“ Das BKA hatte ja gewarnt!

Raubkopien, Urheberrecht, die Zukunft der Innovation, der Schaden für Musik-, Film-, Software und andere betroffene Branchen: die Thematik ist kompliziert und wird emotionell diskutiert. Es scheint, als würden sich deren irrationalste Elemente bei den Kindern und Jugendlichen kristallisieren, die vor allem in den Medien abwechselnd als Opfer und Täter gehandelt werden. Aus jahrelanger Arbeit in diesem Themenumfeld glaube ich durchaus beurteilen zu können, dass Piraterie weit verbreitet ist. Aber wenn ich an meine eigenen jugendlichen Piraterieerfahrungen denke – Audiokassetten meiner Lieblingsbands, deren legal erworbene CDs ich mir heute reihenweise ins Regal stelle – dann frage ich mich manchmal schon, ob ich ein so schlechter Kunde für die Industrie war. Andererseits habe ich auch Computerspiele verwendet, deren Quelle nicht ganz koscher war – und die Herstellerfirmen sind schon lange pleite, und wären es vielleicht nicht, wenn ich und meinesgleichen für unseren Spaß am C64 mehr gezahlt hätten.

Obwohl, Commodore sind auch pleite gegangen. Und deren Produkt konnte man nicht raubkopieren.

Die Datasette. 80er Designcharme.

Die Datasette. 80er Designcharme. Foto: Toni Saarikko

Endlich: Alco-Test für Facebook & Co

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Darauf haben Millionen Arbeitgeber und Politiker schon gewartet: künftig können Sie Ihren Mitarbeitern und sich selbst – man erinnere sich nur an den Auftritt von Gerhard Schröder nach seiner Abwahl als Bundeskanzler; und wer weiß, was Schäuble in sich hatte, bei den Tiraden auf seinen Pressesprecher, wahrscheinlich war er gar nicht mehr fahrtüchtig – einen Alco-Test vorschreiben, eher sie twittern und facebooken dürfen. Eine amerikanische Internetfirma macht’s möglich:

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August-Wilhelm Scheer deckt die Spiele der Manager auf

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In seinem jetzigen Lebensabschnitt sei es angemessen, seine Erfahrung weiter zu geben, sagte Prof. August-Wilhelm Scheer in einem Pressegespräch, das ich neulich begleitete. Dies macht er, der als Gründer von IDS Scheer und Bitkom-Präsident zu den Ausnahmeerscheinungen der deutschen IT-Branche gehört, zum Beispiel in seiner Rolle als Aufsichtsrat bei unserem Kunden E2E. Nicht weniger  profitieren andere Unternehmen seines neuen Netzwerks kleinerer und mittlerer Unternehmen, das er mit einem Quentchen Humor „Scheer Group“ nennt. Und jetzt können wir alle an seinem Leben mit Managern teilhaben.

Bereits in der vierten Woche läuft mittlerweile die kapitelweise Veröffentlichung seines Buches „Spiele der Manager“. Noch ein Management-Buch?

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Gautsch – tut das weh? Wenn Drucker gepresst werden …

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Gautsch!

„Pakkt an! Lasst seinen Corpus posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm
bis triefen beide Ballen.
Der durstgen Seele gebt ein Sturtzbad oben-drauff.
Das ist dem Sohne Gutenbergs die beste Tauff“
(ein alter Gautschspruch, überliefert nach der Wikipedia ganz ebenda)

Dass auch heute noch gegautscht wird – und zwar bei Wind und Wetter -, davon durfte ich mich eben bei der diesjährigen Gautschfeier unseres Kunden Schreiner Group überzeugen. Zehn Lehrlinge – nein, was sag ich: zehn „Kornuten“ natürlich – wurden gegautscht, also mehrmals kräftig vom „Gautschmeister“ und seinen „Schwammhaltern“ und „Packern“ in einen großen mit Wasser gefüllten Holzbottich getaucht. Die Tradition der „Druckertaufe“ geht auf mittelalterliche Bräuche zu Gutenbergs Zeiten zurück. Die Lehrlinge werden mit viel Wasser nicht nur von der Druckerschwärze, sondern eben auch von „Unfug, Fehlerhaftigkeit und Murkserei“ gereinigt.

Der Begriff „Gautschen“ stammt aus der Papierherstellung. Dort wird mit einem Gautschschwamm aus frisch geschöpftem Papier die Restfeuchte herausgepresst. Und so werden eben beim Gautschen aus Kornuten anständige Drucker erpresst.

Die zehn Schreinerschen Täuflinge hatten Glück: Die Temperaturen waren im Laufe des Tages ein wenig gestiegen, so dass ein heftiges Aufprallen auf eine Eisdecke im Fass nicht mehr zu befürchten stand. Immerhin …

Ein hübscher Brauch, der zumindest ein wenig der schönen Magie der alten Druckerkunst in unsere hochtechnisierte Zeit hinüberrettet.