Ein Jegliches hat seine Zeit – Aus dem Tagebuch eines kleinen PR-Mannes am Rande des Wahnsinns

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Geitenmelk
Heute ist Weltmilchtag. Das muss man nicht wissen. Oder aber doch, wenn man sich als PR-Handwerker darauf spezialisiert hat Anlässe zu finden, um Menschen und Unternehmen ins medial vermittelte Gespräch zu bringen. Und inzwischen funktionieren Statements nach dem Vorbild „Peter Mustermann zum heutigen Tag des Schlafes“ so hervorragend im Sinne der nachhaltigen und zuverlässigen Clipping-Produktion, dass dieses Instrument in der modernen PR-Maschinerie nur noch von der Veröffentlichung selbstgemachter Umfragen getoppt wird. Ich weiß, von was ich rede.

Erst heute habe ich mal wieder nach einem dieser obskuren Gedenktage gesucht, an dem sich eine kleine Geschichte rund um einen meiner Kunden aufhängen lässt. Schließlich ist im modernen Storytelling nicht die Story das Problem – die ist leicht zu finden und nicht allzu schwer in halbwegs geistreiche Worte zu fassen – sondern der Anlass. Jedes Medium fragt sich (und mich): „Iss ja mal ne schöne Geschichte, aber warum soll ich das gerade HEUTE bringen?“ Ein Hinweis auf die unbestrittene Aktualität des „System Administrator Appreciation Day“ hilft da immer. Schon ist das Statement platziert. Garantiert.

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Crowd Intelligence für CWS-boco: Neue Kommunikationsgeräte für die Toilette

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Seit mehr als fünf Jahren arbeiten wir nun schon für den Hygiene-Spezialisten CWS-boco, eine Tochter des Haniel-Konzerns. Während die Marke boco zu den führenden Anbietern von Arbeitskleidung im Mietservice zählt, hängt CWS  in ungezählten öffentlichen Waschräumen in Gestalt von ansehnlichen Handtuch-, Seifen- und Duftspendern. Dabei legt CWS-boco nicht nur Wert auf Design, Hygiene und Umweltschutz, sondern auch auf modernste Technologien.

Keine Angst: dies wird hier keine Marketing-Eloge. Es wird ein Aufschrei. Oder vielleicht auch eine nachdenkliche Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist. Und sicherlich ein Bericht über die Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Kommunikationsverhalten von US-Amerikanern auf Toiletten.

Die amerikanische Agentur 11mark hat nämlich jetzt 1.000 „Amis“ nach ihren Telekommunikationsgewohnheiten auf Toiletten befragt. Und das Ergebnis ist markerschütternd:

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NEU: Die Trigger-Praline aus der Schweiz – Süsses Schokoladen-Marketing mit Say Chocolate

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Kennen Sie Trigger Mails? Nein? Doch natürlich! Trigger Mails haben Sie auch schon erhalten. Zum Beispiel zum Geburtstag. Trigger Mails sind die freundlichen E-Mails, die Ihnen nette Menschen zusenden, die etwas von Ihnen wollen: Ihr Geld!

Trigger Mails werden automatisch ausgelöst. Deswegen heißen sie ja auch so. Der “Trigger”, der “Auslöser”, kann alles möglich sein: gerne der Geburtstag, aber auch ein Jubiläum (“Herzlichen Glückwunsch! Sie sind heute genau drei Jahre unser Kunde!”) oder ein “Negativ-Jubiläum” (“Herr Kausch, wir vermissen Sie! Seit drei Tagen haben Sie schon keinen Whisky mehr bei uns bestellt …”).

Der für viele wichtigste Trigger steht einmal im Jahr an und war vor wenigen Wochen: Weihnachten! Und der zweitwichtigste steht unmittelbar bevor: der Valentinstag am 14. Februar.

„Es ist zwar schon alles gegessen, aber nicht von jedem …“ (hat er nicht gesagt, hätt er aber können)

 

Bald rauschen wieder die valentinigen Grüße meiner Wein-, Whisky- und Zigarrenlieferanten ins Eingangskörbchen, dass es eine Wonne ist, den Delete-Knopf zu finden. Trotzdem funktionieren Trigger Mails natürlich vorzüglich. Denn mit dem Mail wird gerne ein Geschenk verbunden, vor allem ein Rabatt für die nächste Bestellung.

Schlaue E-Mail-Marketing-Tools können solche Trigger Mails komplett automatisch generieren. Im hochwertigen Service-Geschäft – also bei vibrio – funktionieren Mailings aber eigentlich überhaupt nicht. Hier geht es um Beziehungsmanagement, um Empfehlungsmarketing, um direkte persönliche Kontakte, um kleine wirkliche Präsente – freilich immer unter Berücksichtigung der steuerlichen Freibetragsgrenze und der aktuellen Corporate Governance ;-).

Für unsereinen gibt es jetzt endlich die passende Trigger-Praline!

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Kleine Fingerübung zum Jahresende: Über Zeigedaumen, Wischfinger und persönliche mobile Nebenstellenanlagen

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(Bild: USB-Stick in Fingerform; gesehen bei XATRO)

62 Millionen Deutsche haben mindestens EIN Handy. Sagt der BITKOM. Soweit so gut. Aber fast jeder Zweite von ihnen verfügt über mindestens zwei Handys und immerhin 7 Millionen arbeiten derzeit mit drei oder mehr Handys. Was zum Teufel macht man mit einer persönlichen mobilen Nebenstellenanlage? Die gleichzeitige Nutzung von Firmenhandy und Privathandy kann das nicht erklären. Oder gibt es jetzt auch schon Firmentelefone für Micro-Jobs im Putz-, Wach- und Regalauffülldienst? Das passende Handy zum Kleidchen? Aus Datenschutzgründen getrennte Handys für parallele außereheliche Matchmakings?

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Tipp: So prüft man die “Historizität von News”

Das kann manchmal ganz schön nerven, wenn der Shitstorm durch die Lande jagt und man täglich 20 mal den Hinweis auf Deutschlands schlechteste Web Site (angeblich diese hier!) oder den gerade angesagtesten YouTube-Video zugemailt, zugetwittert und zugemüllt erhält. Das muss nicht sein!

Auf http://www.isitold.com/ lässt sich vorher überprüfen, ob man sich mit dem “aktuellsten” Insider-Tipp vielleicht doch eher lächerlich, als unübersehbar macht:

Einfach hier den Link eintragen:

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und dann hier das Ergebnis staunend zur Kenntnis nehmen:

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Schon spart man sich einen Tweet Zwinkerndes Smiley Der Tipp kommt von Google-Sprecher Stefan Keuchel und ist fast 20 Minuten alt. Morgen sollte man das also vielleicht schon nicht mehr weiterleiten …

Das Handy als Chefphone – BITKOM startet neue Info-Reihe zu nützlichen Apps

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Chef-Qualitäten muss man früh üben (Photo: koert.com)

“Berlin, 05. August 2011 – Mit Apps werden Handys zu echten Multifunktionsgeräten. Oft genügt ein kleines Stück Software – die so genannte App – um ein Handy zur mobilen Fahrplanauskunft, zur Taschenlampe oder zum Chefphone zu machen. BITKOM stellt künftig in loser Folge besonders nützliche und interessante Apps vor. Heute: Das Chefphone.
Das klassische Chefphone gibt es auch als App. Mit diesen Apps funktioniert das Handy wie ein sehr hochwertiges Chefphone. Dafür muss nur das Mobiltelefon mit aktivierter App in das Mitarbeiterzimmer gelegt werden. Fängt der Chef an zu schreien, löst die App einen Anruf an eine vorher festgelegte Telefonnummer aus. Man hört dann den Chef und kann in aller Regel über das Handy mit ihm sprechen. Es können auch Melodien aufgespielt oder selbstgesungene Lieder aufgenommen werden, die im Fall der Fälle wiedergegeben werden, bis man im Zimmer ist. Die App zeichnet auch Geräusche auf, die eine bestimmte Lautstärke überschreiten. Viele Funktionen können sehr individuell eingestellt werden, wie der Lautstärkepegel oder die Dauer des Geräuschs bis zum Anruf. Die meisten Chefphone-Apps funktionieren im Übrigen auch als Einschlafhilfe, indem sie beruhigende Melodien oder das Lieblingslied des Chefs abspielen.

Drei Punkte sollten beim Einsatz von Chefphone-Apps beachtet werden:

  • Sowohl im Chefzimmer als auch am Aufenthaltsort der Mitarbeiter braucht man Handyempfang.
  • Die Akkus beider Geräte sollten einen ausreichenden Ladestand haben.
  • Schlägt die App Alarm und wird ein Anruf ausgelöst, fallen die üblichen Mobilfunkgebühren an. Kommt die Chefphone-App häufig zum Einsatz, sollte auf einen entsprechenden Mobilfunktarif geachtet werden, der z.B. eine Flatrate oder kostenlose netzinterne Gespräche beinhaltet.”

Bei diesem Text handelt sich um eine Original Pressemeldung des Branchenverbands BITKOM. Wir haben lediglich das Wort “Baby” durch “Chef” getauscht und aus den “Eltern” “Mitarbeiter” gemacht. An der App arbeiten wir noch …

“Frauen, die nach Schinken stinken” – eine Vorschau auf die kommende Buchmesse?

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Eckart, Luzia und Bodo suchen hier seltsame Buchtitel. Sie werden wohl fündig werden. Im Zweifel schreibt sich diese Jury ihre Bücher einfach selbst. Aber das wird wohl gar nicht nötig sein, werden Eckart von Hirschhausen (Die Leber wächst mit ihren Aufgaben – Rowohlt, 2008), Lucia Braun (Da-Da-Da-Sein. in: Die ZEIT, September 1989) und Bodo Mrozek (Jury-Chef des Wettbewerbs “Das schönste bedrohte Wort”, 2007) doch von uns allen im Internet unterstützt bei ihrer Suche nach dem “Kuriosestem Buchtitel”.

Auf der nächsten Frankfurter Buchmesse werden sie dann einen Preis überreichen. Vielleicht an Ulrike Thiel für ihr aufklärerisches Werk “Geritten werden: So erlebt es das Pferd” oder aber an Christiane Kautz, die ihrem Namen mit dem Titel “Kaninchen besser verstehen” alle Ehre macht. Frauen dominieren übrigens bei den kuriosika literaris, man denke nur an Kerstin Höckel (“Wie wir damals auf dem Bauernhof geheiratet haben, und der Alois am Tag drauf fast den Hund erschossen hat, weil er was gegen die Stadtmenschen hat und das Glück überhaupt”), Aimee Bender (“Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen”) oder Christina Eibel ("Nicht alle Russen haben Goldzaehne, sind immer betrunken und auch nicht jeder russische Beamte ist korrupt"). Aber vielleicht ist das ja auch alles nur die Rache für ein Buch, das selbstverständlich ein Mann verfasst hat: Juckel Henke “Frauen, die nach Schinken stinken”.

Mein persönlicher Favorit ist übrigens auch das Werk eines Mannes, die eher wissenschaftliche Abhandlung“Deutsche sehen dich an: Reise zu den Quellen des Irrsinns” von Dietmar Wischmeyers.

Haben auch Sie schon mal seltsame Dinge gelesen? Oder gar geschrieben? Dann reichen Sie doch Ihren Tipp an Eckart, Luzia und Bodo weiter: http://kuriosesterbuchtitel.de.

Aktion “Helft Apple”! Czyslansky baut eine Liste illegaler Raubkopien am Apple-Design

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Nun hat es Apple also tatsächlich geschafft Samsung’s Galaxy Tab mit juristischen Mitteln vom Markt zu verdrängen.

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Links Samsung (weil die Apple ja böse gelinkt haben), rechts Apple (weil die ja im recht sind)

Apple hat also nun ein Geschmacksmuster auf sein Brettchen durchgesetzt. Demzufolge darf niemand mehr ein Produkt anbieten, das folgende Merkmale aufweist:

(i) ein rechteckiges Produkt mit vier gleichmäßig gerundeten Ecken;
(ii) eine flache, klare Oberfläche, welche die Vorderseite des Produkts abdeckt;
(iii) die Ansicht einer metallischen Einfassung um die flache, klare Oberfläche;
(iv) ein Display, welches unter der klaren Oberfläche zentriert ist;
(v) unter der klaren Oberfläche befinden sich deutliche, neutrale gehaltene Begrenzungen auf allen Seiten des Displays; und
(vi) wenn das Produkt eingeschaltet ist, farbige Icons innerhalb des Displays. (Quelle)

Nun kann man über Geschmack streiten. Man kann aber auch darüber streiten, wie viel Prozent Identität ein Produkt in jedem einzelnen Fall haben muss, um von Apple so vom Ladentisch gefegt zu werden. Das betrifft ja nicht nur Samsung. Und das betrifft nicht nur Rechenbretter. Wie soll da Apple noch die Übersicht behalten?

Die Freunde Czyslanskys meinen, da seien wir, die Crowd, aufgefordert Apple ein wenig beiseite zu stehen. Deshalb sammelt Czyslansky Hinweise auf Produkte, die dem i-Brett ähnlich sehen und fängt dann schon mal an:

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Google+ – was ist das und warum kümmert es mich?

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Heute ist ein interessanter Tag für die ungleichen Internetunternehmen Google und Facebook. Nicht nur ist Zuckerberg, Gründer des Sozialen Ur-Netzwerks, nun reicher als die Google-Gründer Page und Brin. Sondern Google, jüngst Opfer einer Schmutzkampagne von Facebook, wirft dem Konkurrenten den Fehdehandschuh hin. Das neue Google+ ist der neuste Anlauf des Suchmaschinenspezialisten, im Bereich Social Media Fuß zu fassen.

Was ist drin in „+“, und warum bringt es Google einen Vorteil? businessinsider.com und wired.com haben sich damit befasst, und bis zum Tag, wo ich eine Einladung zum Betatesten von „+“ bekomme, muss ich mir von den beiden Blättern den Mund wässrig machen lassen. Denn Google+ sieht in der Tat aus wie die Zukunft der Social Media. Kein „Facebook-Killer“, sondern ein besseres Google. Weiterlesen

The Musalman–die letzte handgeschriebene Zeitung der Welt

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In einer Zeit, in der gedruckte Zeitungen um ihr Überleben kämpfen, in der von der Aachener Zeitung bis zur Zwickauer Zeitung die Verlagshäuser vor Internet und Facebook zittern, schreiben vier Inder eine Zeitung von Hand. In schönster Kalligraphie. Manches muss man gesehen haben, damit man’s glauben kann:

Entdeckt bei Thomas Knüwer.