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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 5: Versuch einer Bilanz

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(Bild: CeBIT)

Ein Blick auf die CeBIT 2009 zeigt für mich zwei Dinge: die CeBIT ist für unsere Branche unverzichtbar. Nirgendwo anders lassen sich an einem Ort und zu einer Zeit so viele interessante Menschen und Unternehmen aus der globalen IT-Branche treffen wie im März in Hannover. Aber: die CeBIT wird wohl auch in den kommenden Jahren kleiner werden. Sie wird immer weniger ein Schaufenster der gesamten Branche sein können. Das liegt schon daran, dass IT als Querschnittbranche heute so viele Themen und gesellschaftliche Bereiche abdeckt, dass der Versuch eine Gesamtübersicht zu bieten aus logistischen Gründen scheitern muss. Deshalb muss sich die CeBIT stärker fokussieren: auf die wichtigsten Trends und Themen unserer Branche und auf die zentralen Player unserer Zunft.

Das vornehmste Ziel einer Großmesse kann es nicht sein, künftig möglichst nur noch einstellig zu schrumpfen. Deshalb war der Schritt der Münchner SYSTEMS sich selbst abzuschaffen und dafür in einem harten Schnitt etwas völlig Neues zu inszenieren – die discuss & discover – richtig. Gefordert ist heute

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 4: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

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Seltsames Hostessen-Outfit auf der Security World der CeBIT 2009 (Bild: CeBIT)

Fest in russischer Hand war die Security World zumindest am Mittwochabend, als Kaspersky auf seinem Stand zur legendären Russen-Disco aufrief. Überhaupt war der Retail-Antivirenkönig Kaspersky wohl mit dem größten Stand in der Halle vertreten, während klassische B2B-Unternehmen wie Sophos und Utimaco, die sich um Enterprise-Lösungen und integriertes Sicherheitsmanagement für den Mittelstand kümmern, aber auch der Branchenriese Computer Associates fehlten. Und hier zeigte sich ein weiteres Manko der diesjährigen CeBIT: noch immer ist die CeBIT ein gewaltig großer Treffpunkt der Branche und die Security World beeindruckte durch zahlreiche Aussteller und einen sehr guten Publikumszuspruch. Die Größe wird aber nicht zuletzt durch immer neue Themenbereiche garantiert, die integriert werden. So schoben sich die aufmerksamen Besucher an zahllosen Überwachungskameras und elektronischen Zugangskontrollsystemen vorbei.

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 3: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

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(Foto: CeBIT)

Aus dem Green IT Village der CeBIT 2008 wurde in diesem Jahr die Green IT World in Halle 8. Drunter macht man’s nicht in der niedersächsischen Metropolregion. Laut Ankündigung der CeBIT sollte es in der grünen Welt um Dinge gehen, wie Cloud Computing, mit dem man die Rechenleistungsbevorratung optimieren kann, um solarklimatisierte Rechenzentren, um eine Art Zylinderabschaltung für Mobilfunkmasten, um sparsame OLED-Bildschirme und und und. An der Aufzählung sieht man schnell, dass eine geeignete Begriffsdefintion vorausgesetzt, so ziemlich jede Innovation sich heute als grün darstellen lässt, denn es gibt immer noch etwas, was mehr Energie unsinniger verbraucht.

Wie aber schrieb die Deutsche Bank Research kurz vor der CeBIT so schön: „IT ist nicht grün und wird es niemals sein.“

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 2: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

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Sascha Lobo mit Intel-Chairman Craig Barrett auf der WebCiety (Photo: CeBIT)

Die CeBIT 2009 ist vorbei. An dieser Stelle möchte ich in fünf Posts einige sehr persönliche Schlussfolgerungen aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion stellen: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Die WebCiety war sicherlich ein sehr starkes und überzeugendes Konzept der CeBIT 2009. Die umfangreichen Marketingaktivitäten des Veranstalters taten ein Übriges, dass wohl nirgendwo auf der Messe eine höhe Kamera-Dichte zu messen war, als ausgerechnet hier im hintersten Eck der Halle 6.

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 1: Mut zur Reform statt zur Lücke

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Nun ist sie also vorbei, die CeBIT 2009. Und sie hat uns genau das gezeigt, was wir alle erwartet haben: Rückläufige Ausstellerzahlen, rückläufige Besucherzahlen, positive Stimmungsberichte von Ausstellern und – selbstverständlich – positive Stellungnahmen der Veranstalter in den üblichen Presseverlautbarungen.

Für mich war es die zweiundzwanzigste CeBIT in Folge. Und ich möchte keine missen, weder die früheren, noch die diesjährige. Deshalb möchte ich in den kommenden fünf Tagen einige sehr persönliche Schlussfolgerungen  aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion stellen: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Um folgende Themen soll es heute und in den kommenden vier Tagen gehen:

Montag: Mut zur Reform statt zur Lücke

Dienstag: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

Mittwoch: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

Donnerstag: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

Freitag: Versuch einer Bilanz

Dann fangen wir mal ganz vorne an …

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zdnet spekuliert über die chancen der münchner discuss & discover gegen cebit & co

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der branchendienst zdnet spekuliert heute über die chancen der messe münchen mit der neu angekündigten „discuss & discover“ mittelfristig der cebit den rang abzulaufen. mit einem neuen event-format versuchen die münchner ja eine alternative zu herkömmlichen it-messen wie der eigenen SYSTEMS zu etablieren.

zdnet meint: „Schraudy (geschäftsbereichsleiter neue technologien der messe münchen; mik) und die Messe München könnten recht behalten und am Ende – also in drei oder vier Jahren – die lachenden Dritten sein. Auch in Hinblick auf den alten Rivalen CeBIT. Noch ist unklar, wie sich diese Messe entwickelt. Spätestens nach der Abschlusspressekonferenz liegen aber auch in Hannover die Karten für jeden offen sichtbar auf dem Tisch. … Aus der weltweit größten IT-Messe im Handumdrehen ein kleines, aber feines Branchenevent zu machen dürfte deutlich schwieriger sein, als dem Aschenputtel Systems ein neues Kleid zu schenken.“

die messe münchen selbst informiert derzeit auf einer roadshow interessierte potentielle aussteller und partner. nach messeangaben haben sich mehr als 400 unternehmen für die diversen termine angemeldet. in münchen musste sogar ein zweiter termin festgesetzt werden. soviel nachfrage ist zumindest für die jüngeren messekollegen eine neue erfahrung …

Klassische Messen verlieren für die Interaktivbranche an Bedeutung

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Der HighText Verlag publiziert in seinem aktuellen iBusiness Executive Summary (Ausgabe 23/2008) die Ergebnisse einer Studie zum Bedeutungswandel der Messen für die Interaktivbranche.

Demnach führt das Ranking der wichtigsten Messen für die Branche derzeit die CeBIT an (33%), gefolgt von der OMD (28%) und der Internet World (28%), die ganz offensichtlich im vergangenen Jahr wieder erstaunlich Boden gut gemacht hat. Gespannt darf man sein, wie im nächsten Jahr die neue DMEX in Köln und der Nachfolge-Event der SYSTEMS in München abschneiden werden. Die Münchner werden am 2. Dezember den Vorhang öffnen und auf einer Pressekonferenz ihre Pläne erstmals detailliert der Öffentlichkeit vorlegen.

Für die Zukunft erwarten die Experten um Branchen-Guru Joachim Graf einen grundlegenden Bedeutungswandel der etablierten Messen: „Die Branchenmessen verlieren ihren Fokus als Branchentreff und werden zu Einkäufer- und Entscheidermessen“. Ihre Rolle als Branchentreff werden zunehmend Barcamps und regionale Stammtische übernehmen: „Der Wissenstransfer verlagert sich somit zunehmend von den überregionalen Leitmessen in die regional aufgestellten Web-2.0-Events.“

Ich denke, an diesem Trend ist viel Wahres dran. Die traditionellen Messeveransalter zeigen ja auch hinreichend Nervosität: Die OMD spaltet sich in die Düsseldorfer Alt-Mannschaft und die Kölsch-Riege der DMEX, die CeBIT sucht unter dem Schlagwort webciety anscheindend derzeit nach einer neuen Web 2.0-Strategie und was sich die Münchner ausgedacht haben erwartet die Branche derzeit auch mit Spannung.