Sonne und Cloud in Hannover

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Vielleicht macht es die gute Konjunktur: Alle scheinen wieder ein bisschen entspannter auf die CeBIT gehen. Ob die Straßenbahnen morgens um neun halb leer sind,ob die Hallen mal ein bisschen voller oder ein bisschen leerer sind, ob einmal eine halbe Stunde Ruhe ist am Stand, niemanden scheint es zu stören. Ist die Zeit, wo die CeBIT sich für Aussteller nach Cost-per-lead rechnen musste vorbei? Oder liegt es nur am vergleichsweise milden Wetter, dass alles ein bisschen südländisch gemächlich scheint? Die Sonne scheint und wer da ist, freut sich über die Chance, alte Bekannte zu treffen und neue Bekanntschaften zu schließen.

Zu einer sehr angenehmen neuen Bekanntschaft hat mich beispielsweise Serge Gansner, CEO und Mitbegründer von E2E (Prozessautomatisierung) gebracht:

Er, der auf dem Stand von August-Wilhelm Scheers „Scheer Group“ (Halle 5, Stand A48) ausstellt, brachte mich mit Stefan Lorenz zusammen. Stefan Lorenz ist Geschäftsführer von X-pire, dem Unternehmen das Dokumente mit Verfallsdatum versehen kann und das ebenfalls zur Scheer Group gehört. Sein Produkt wurde zum Launch viel gelobt, aber auch stark kritisiert die Dampflog berichtete unter http://www.vibrio.eu/blog/?s=x-pire). Im persönlichen Gespräch stellte Lorenz klar, dass es sich bei X-pire nicht um einen digitalen Radiergummi handele. Es sein nun einmal nicht möglich, Dinge im Netz nachträglich ungeschehen zu machen. Überhaupt sei der Consumerbereich mit seinem sorglosen Umgang in Social Media nur ein sekundärer Zielmarkt des Produkts. Der wichtigste Einsatzbereich seien Behörden, die Formulare von vornherein im Gültigkeitszeitraum einschränken können und Firmen, die durch Begrenzung der Nutzungszeit von Dokumenten ihre Compliance verbessern wollen.

„Work and life with the cloud“ ist das Motto der Messe. Das Cloud-Thema wird an vielen Ständen gespielt, in einer Microsoft Pressekonferenz, die ich gestern morgen besuchte, stand ein Cloud Service im Mittelpunkt (Cloud-basierte PC-Verwaltung mit Sicherheitsmechanismen, genannt Windows Intune). Auch der gesamte Microsoft-Stand steht unter der Cloud-Motto. Funktionalitäten kommen dieses Jahr dafür etwas kurz, selbst ein Thema wie die neue Microsoft UC Lösung Lync führen eher ein Schattendasein. Ansonsten scheinen mir weder das Motto noch die neue Struktur die Messe in ihrem Gesamtcharakter besonders zu prägen. Die Messegesellschaft nimmt das mit der Cloud auch nicht so bierernst: Am Ausgang des Presse-Restaurants gab es gestern für die Journalisten „Cloud am Stiel“: Zuckerwatte.

Hochspannend war die Intel-Pressekonferenz, die ganz im Zeichen dessen stand, wie Unternehmen mit der neusten Prozessorgeneration die Benutzerfreundlichkeit ihrer Produkte erhöhen können. Eine Demo mit Gestensteuerung eines Rechners (von der Firma Omek) wirkte zukunftsweisend, wenn auch die Gesten für den Bürogebrauch noch viel zu ausladend waren. Es weckt aber die Hoffnung, dass das Eingabegerät Maus, für das man eigentlich eine dritte Hand bräuchte, früher oder später durch etwas besseres ersetzt wird. Und schließlich mein bisheriges CeBIT Highlight: Ein Ballett putziger Roboter der Firma NAO: http://www.youtube.com/watch?v=5TExNT-nKa4. Ballett ganz anderer Art und dann doch nochmals weit akrobatischer gab’s dann auch zum Abschluss des Tages beim stimmungsvollen heise CeBIT Event mit der Gruppe Base. Also – die Messe macht Spaß, die Leute kommen zusammen, das Schaufenster der IT-Branche zeigt zwar keine herausragenden Sensationen, aber bietet wieder einmal eine einmalige Übersicht über aktuelle Fortschritte der Technik.

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