Pfui – Digital Stalking Swiss Army Style

Was sich zunächst als Sommerloch-Mediengeschichte präsentierte wurde heute durch die SonntagsZeitung aufgelöst. Der Chef der Schweizer Armee, Roland Nef, hat seine abtrünnige Freundin Digital gestalkt. Aus dem Polizeirapport:

„…nachdem sie die Beziehung mit Nef beeendete, wurde Sie massiv telefonisch, mit SMS, E-Mail und auf andere Art und Weise belästig…. Letzer Vorfall Nef antwortete mit der Email-Adresse flauto_66@hotmail.com im Namen der Geschädigten auf Sexinserate, gibt in den Email deren Privatadresse, Hand- und Festnetznummer an und fügt noch ein Bild von ihr zu. Aufgrund dieser Emails erhält die Geschädigte nun zahlreiche SMS, Telefonanrufe und Besuche an ihrem Wohnort von ihr unbekannten Männern…“


Anscheindend hat der CEO der Schweizer Armee vergessen, dass auch an seinem Arbeitsplatz seine IP-Adresse erfasst wird. Ich frage mich, ob die neu geschaffene militärische Einheit zur digitalen Kriegsführung ebenso dilettantisch vorgeht…

Das ist unterste Schublade – ähnlich wie „Nacktfotos-der-Ex-Freundin-ins-Internet-stellen“. Die neuen digitalen Medien bieten neue Formen der „häuslichen Gewalt“. Und entlarven neuerdings so manche Freizeitaktivität von Amts- und Würdenträgern: Autoboss an Sadomaso-Orgie, nackte Politiker und Richter beim Koksen.

Die zunehmende Allwissenheit und das nicht-vergessen des Internets führt dazu, dass Skandale in der Informationsgesellschaft zwangsläufig zum Vorschein kommen. Innovative Politiker haben dies eingesehen und holen neuerdings brav alle Leichen aus dem Keller.  So wie dies jüngst Paterson der Nachfolger des wegen Sex-Affären geschassten New York Governor Eliot Spitzer schon beim Amtsantritt machte.

Mir persönlich ist es ziemlich egal, was die Leute in ihrer Freizeit treiben. Doch so ein Digitales Stalking geht zu weit und darf sich m. E. keine Leader-Persönlichkeit leisten, sei es in einem KMU, Grossunternehmen oder in der Schweizer Armee.

Führen Sie sich dies mal vor Augen. Als Unternehmer werde ich gezwungen drei Wochen meiner Freizeit für den in der Schweiz obligatorischen Militärdienst zu opfern. Und dies für so einen Chef. Pfui sage ich da. Herr Nef, bitte entlassen Sie mich aus diesem Verein!

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