Oranje Boven – Sie haben das Handelsblatt geschrumpft

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Zeitungsdesigner Mario Garcia mit dem neuen Handelsblatt im Tabloid-Format (Bild: Handelsblatt)

Seit heute erscheint das Handelsblatt im Tabloid-Format. Das Tabloid ist ein „Halbformat“ und liegt zwischen 235x315mm und 285x400mm. Es ist also deutlich kleiner, als klassische Tageszeitungsformate. In Spanien und Norwegen erscheinen schon seit vielen Jahren fast alle relevanten Zeitungen im Halbformat. Seit mehreren Jahren experimentieren auch zahlreiche Verlage in anderen Ländern mit diesem Format. Der Independent war wohl vor fünf Jahren die erste große international relevante Zeitung, die komplett auf das Kleinformat wechselte. In Deutschland bietet Springer seit einiger Zeit die Welt parallel zur klassischen Ausgabe als Welt kompakt im Tabloid-Format an. Auch die Frankfurter Rundschau ist heute eine „Kleinzeitung“.

Welt und FR sind zwei schöne Beispiele dafür, dass ein Umstieg auf Tabloid zumeist aus Kostengründen erfolgt: Man spart einfach erheblich Papier und Papier ist teuer. Das Handelsblatt versucht das neue Format nun als „Business-Format“ zu etablieren. Das ist zwar grober Unfug und soll die wirtschaftlichen Gründe, die hinter der Entscheidung stehen, kaschieren, aber tatsächlich gibt es abgesehen von der Papiereinsparung eine ganze Reihe guter Gründe für das Halbformat: die Redaktion ist flexibler bei der Seitenplanung, die Umfänge der Ressorts können flexibler untereinander angepasst werden. Die ganze Anmutung der Zeitung wird „magaziniger“, was dem Leseverhalten – das Habla ist ja in der Regel eine Zweitzeitung, die nicht in einem Stück, sondern in Etappen gelesen wird – entgegenkommt. Für den Leser hat das neue Format eh fast nur Vorteile: man kann es im engen Lufthansa-Flieger problemlos lesen und trocken in der Manteltasche durch das nasse Münchner Wetter bringen. Einzig das Einwickeln der Pausenstulle gelingt mit der guten alten F.A.Z. formatbedingt natürlich besser. Aber wie es ausschaut können sich die Banker inzwischen den Steh-Japaner mit seinen Lecker-Shushis ja wieder leisten und auf die Stulle verzichten …

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Mindestens so wichtig wie der Formatumstieg der Printausgabe ist aber das neue Design der Online-Ausgabe des Handelsblatts. Hier ist den Kollegen wirklich ein großer Wurf gelungen. Ansprechende Bildsprache, gute Übersichtlichkeit und vor allem: der Bildschirm ist genau so groß wie vorher. Reschpekt!

Die „Tabloid“-Ausgabe von Handelsblatt Online gibt’s aber auch: das mobile Handelsblatt: fast so mobil wie die Printausgabe, aber noch kleiner:

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Viel Glück und Erfolg. Und: Oranje Boven!

Lesetipp: Stephan Brüser: Das Tabloid-Format. Erhältlich natürlich beim guten Sortimentsbuchhändler 😉

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