Handbuch Messemanagement – Das Standardwerk für Messemanager ist jetzt in zweiter Auflage erschienen

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Messehandbuch Kausch

„Wäre die Entwicklung des Internet so langwierig, wie die Entwicklung eines Buchs, wir dürften uns langsam auf die Erfindung des Netscape Browsers freuen.“ 

Handbuch MessemanagementNun ist sie endlich erschienen: die zweite Auflage des legendären Handbuch Messemanagement im Verlag Springer Gabler. Auf mehr als 1.100 Seiten findet der Messe- und Eventmanager das grundlegende Repetitorium seines Fachs. Das Buch ist ein echter Regalbieger und ganz sicher ein Pflichtbeschwerer jeder Bibliothek eines Messeveranstalters und Ausstellers.

Die Themenpalette reicht vom Grundwissen zur Geschichte des Messewesens über das strategische Management von Messegesellschaften und die derzeit heftig zu beobachtende Internationalisierung der Messewirtschaft bis hin zu konkreten Hinweisen zur Messekommunikation im Marketing-Mix, zu CRM und Messe und zur Digitalisierung im Messe-Marketing.

Internet und Messe

Ich bin seit vielen Jahren überzeugter Messe-Fan: ich war in der Boom-Zeit der Computermesse CEBIT Mitglied des Ausstellerbeirats in Hannover, habe viele Jahre als Berater und Agenturchef die Messe München betreut, durfte Projekte für die Landesmesse Stuttgart (mit-)entwickeln und unterstützen, realisierte die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für zahlreiche Online-Messen wie die Internet World und die SMX  – und ich war vom Verlag eingeladen einen kleinen Beitrag für die Neuauflage des Handbuchs Messemanagement zu verfassen. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Messe München Klaus Dittrich durfte ich einen kleinen Aufsatz „Zur Bedeutung des Internets als Kommunikations- und Vertriebsinstrument von Messen“ beisteuern. Und da prallten dann doch irgendwie Welten zusammen: ein holzverarbeitender Verlag und ein virtualisierter Interneter. Geschrieben und beim Verlag eingereicht habe ich meinen Text im Frühjahr 2010, gedruckt erschienen ist er vor wenigen Tagen, also ziemlich genau acht Jahre später! Man hätte die Bäume für die Buchproduktion noch mit der Redaktion pflanzen können …

Umso mehr war ich überrascht, als ich den Text nun endlich gedruckt lesen durfte:

Ja, die integrierten Grafiken zitieren Studien aus dem ersten Jahrzehnts unseres Jahrtausends und es ist viel von der „Messe 2.0“ die Rede und gar vom „Web 2.0“. Allgemein spricht man acht Jahre später über das „Internet 4.0“. Das Internet 4.0 war damals noch gar nicht erfunden. Mit dem Web 2.0 beschreibe ich im Handbuch Messemanagement die damals noch wirklich innovativen sozialen Medien, mit Web 3.0 das semantische Web, also Big Data und frühe Formen der Künstlichen Intelligenz und mit Web 4.0 das „Web der Dinge“, also nichts anderes als das heute so geläufig modische Internet der Dinge:

Blogger Lounge

Erinnert sich jemand an die discuss & discover? Nicht nur dort haben wir eine Blogger Lounge betreut.

„Während das Semantische Web das Internet als selbstreferentielles System beschreibt und mittels semantischer Analysemethoden aus der Interpretation vorhandener Informationen neues Wissen generiert werden kann, stellt das Web der Dinge eine neue Form der Netzstruktur dar. Nicht mehr nur Computer oder mehr oder weniger intelligente Endgeräte wie Handys und Fernsehgeräte werden miteinander verbunden, sondern alle uns umgebenden Dinge …“.

Als ich das schrieb, war das Smartphone-Betriebssystem Android gerade erst erfunden worden. Wir hatten noch keine Smartphones, wir hatten Handys und natürlich einen Personal Assistant von Palm 😉

Der Messe-Nostradamus spricht …

„Im Messebereich werden schon innerhalb der nächsten zehn Jahre Technologien Einzug halten, die sich heute nur wenige von uns im Einsatz vorstellen können:

  • Besucherbrillen werden virtuelle Gegenstände in reale Messestände einbinden. Damit werden nicht nur große Immobilien auf kleinen Messeständen ‚erlebbar‘, sondern auch individuelle Hinweise zur Navigation auf dem Messegelände lassen sich so verbreiten. …
  • Besucheridentifikationssysteme scannen automatisch das Gesicht des Besuchers und analysieren, auf welchen Ständen der Besucher bereits war. Über Besucherprofile wird die Kommunikation mit dem Messegast auf seine Bedürfnisse hin individualisiert.
  • Exponate sprechen den Messebesucher aktiv an und ‚entführen‘ ihn in automatisierte Dialoge.
  • Fern-Service-Dienste erlauben es dem Messe-Aussteller, direkt im Kundendialog auf vernetzte Endgeräte des Besuchers zuzugreifen.“

So stellte ich mir im Jahr 2010 die Zukunft der Messen vor. Lieber Klaus Dittrich: du bist heute Sprecher der Geschäftsführung der Messe München. Nun mach mal, dass der Nostradamus von 2010 Recht behält. Zwei Jahre hast du noch Zeit. 😉

Ganz sicher haben wir mit einer Prognose Recht behalten: Die digitale Zukunft der Messen bringt das Internet auf die Messe, nicht die Messe ins Internet. Die Messen leben von ihrem Live-Charakter. Sie nutzen die neuen Technologien in der Halle eher, als dass die Hallen ins Internet verschoben werden. Damals war das eine große und kontrovers geführte Diskussion: wird das Internet die Messen ablösen? Nein, lautete unsere Antwort: Das Internet wird auf die Messe kommen. Die steigenden Besucherzahlen der großen Messen zeigen dies eindringlich. Typisch ist ja heute die Entwicklung der bauma und nicht die der CEBIT 😉

Das Handbuch Messemanagement ist ein Standardwerk – für Jahrzehnte

Ich war skeptisch, ob eine Veröffentlichung eines immerhin acht Jahre alten Aufsatzes in einem aktuellen Buch nicht peinlich wird – noch dazu, wenn es um nichts Langsameres als das Internet selbst geht. Heute darf ich feststellen, dass der Artikel kaum an Aktualität verloren hat, wie das ganze Handbuch Messemanagement in der Tat eben ein „Handbuch“ ist: ein wenig zeitlos, mit langer Haltbarkeit der in ihm enthaltenen Aufsätze. Das rechtfertigt dann doch auch den hohen Anschaffungspreis: die 150 Euro sind schneller abgeschrieben als der Inhalt veralten wird. Also: Kaufempfehlung! 

 

1 Antwort
  1. Klaus-Jürgen
    Klaus-Jürgen says:

    Sehr tolles Buch! Ich lese darin immer mal wieder, wenn ich nach einem anstrengenden Messetag im Hotel in Basel sitze und mir Notizen mache, was beim nächsten Mal verändert werden muss.

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