discuss & discover – Qualität sucht Quantität

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Ein seltsames Ding ist das hier in Deutschland: Da kommen international renommierte Referenten der absoluten Top-Liga, wie zum Beispiel Jesse James Garrett, Don Tapscott und Soumitra Dutta, und dann reden sie vor gerade mal 300 bis 400 Besuchern in einem Saal, der gut und gerne Platz für 1.400 Zuhörer bietet. Am Preis kann es nicht liegen. Solche Leute sind anderwo auch nicht billiger zu hören. Aber in Deutschland ist man solche Kaliber wohl einfach nicht gewohnt. Also nicht jammern über das Nicht-Innovationsland Deutschland, wie es die Süddeutsche Zeitung heute beschreibt.

Gut, ein bisschen mehr Besucher hatte ich hier eigentlich schon erwartet. Und da bin ich wohl nicht der Einzige. Die gefühlte Besucherdichte entspricht eher derjenigen der it-sa in Nürnberg. Und dort konnte man sich durchaus wohl fühlen. Das Ambiente im Kongresszentrum hier ist ja auch erheblich gastlicher, als die grauen Messehallen. Erste Besucherzahlen gibt es heute nachmittag.

Die Angebotsqualität ist ziemlich einmalig. Am besten gehen übrigens ausgerechnet die „neuen“ Themen, also alles rund um Enterprise 2.0, Cloud und SaaS. Das Public Forum ist zu diesen Themen fast immer (über-)voll. Und auch hier präsentieren Leute mit überregionalem Ruf: vom Experton-Vorstand über den Salesforce VP und Stan Sugarman bis zu F.A.Z.Oberblogger Holger Schmidt. By the way: auch die Bloggerlounge, die vibrio für die Messe hier organisiert hat, war recht gut besucht. Freut uns 😉

Die „alten“ SYSTEMS-Themen von ERP bis zur Mittelstandsfinanzierung sind nicht nur weniger vertreten; sie ziehen auch erheblich weniger Publikum an. So gesehen, hat die neue Orientierung der Messegesellschaft also schon im ersten Jahr ganz gut funktioniert. Die Themen sind schon richtig.

Die Ausstellung steht nur noch räumlich im Zentrum des Events, der keine Messe mehr sein will. Hier gibt es allemal genug zu entdecken, um einen Besuchertag vernünftig auszufüllen. Aber eine typische „Messe“ ist das nicht. Soll es ja auch nicht.

Optimierungspotential gibt es sicherlich. Da wird es nach der discuss & discover einiges zu diskutieren geben. Vor allem muss man natürlich ein Ohr ans Herz der Partner, Aussteller und Nicht-Aussteller legen. Vielleicht ein paar mehr Gemeinschaftsstände. Vielleicht ein paar Vorträge in der Konferenz weniger und mehr Konzentration. Vielleicht eine übersichtlichere Besucherführung. Aber die Richtung stimmt fürs erste Jahr. Finde ich.

2 Kommentare

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  1. […] nochmal an Alexander Broy und das Vibrio Team für die Gastfreundschaft […]

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