Buchtipp: Von Tiger-Ladys und Super-Daddys

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Oliver Dziemba und Eike Wenzel haben ein neues Buch gehorxt, dass es eine wahre Freude ist: in ihrem Werk Marketing 2020 (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-38826-7) definieren sie die elf neuen Zielgruppen, auf die wir künftig alle achten sollen: CommuniTeens, Young Globalists, Inbetweens, Latte-Macchiato-Familien, Super-Daddys, VIB-Familien, Tiger-Ladys, Netzwerkfamilien, Super Grannys, Silverpreneure und Greyhopper.

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Der beste Ton – das beste Bild – die schrägste Schreibe

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Am vergangenen Wochenende ging wieder einmal die High-End, die Münchner Messe der Hifi- und High-End-Enthusiasten, zu Ende. Als leidenschaftlicher Vinyl-Freak ist der Besuch dieser Veranstaltung für mich jedes Jahr eigentlich ein Muss. In den letzten acht Tagen hat mich ein Kundenprojekt leider nachdrücklich von allen Amusements und Leidenschaften abgehalten. So blieb mir nur, mich wie alle Jahre an den heiter verdrehten PR-Meldungen der High-End-Pressestelle zu ergötzen. Ein Ausschnitt aus dem diesjährigen Abschlussbericht (der offensichtlich gut besuchten Messe):

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Digital Life Index Schweiz = 0.331

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Microsoft Consumer & Online und Publicis erheben mit dem Digital Life Index erstmals das Ausmass der Digitalisierung im Leben der Schweizer Bevölkerung. Über alle erfassten Bereiche konnte so erstmals ein eidgenössischer Digitalisierungsgrad von 31 Prozent nachgewiesen werden…
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mendelsche werbungslehre

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88 werbekampagnen hat der deutsche werberat im vergangenen jahr beanstandet. sechs mal waren die werber uneinsichtig und ignorierten die beschwerde, weshalb sie anschließend von den räten öffentlich gerügt wurden. unter diesen sechs motiven, die die w&v aktuell vorstellt, sind natürlich die üblichen verdächtigen und verächtlichen. zwei aber sind von einem solchen irrwitz, dass ich nur schwerlich daran vorbei gehen kann:

die fasanenbrust für 14.50 eur im restaurant kastanie ist aber auch sowas von daneben …

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… , dass die in braunlage (was für eine überleitung!) ansässigen köche nur noch von den anhängern der mendelschen werbungslehre getoppt werden:

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 5: Versuch einer Bilanz

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(Bild: CeBIT)

Ein Blick auf die CeBIT 2009 zeigt für mich zwei Dinge: die CeBIT ist für unsere Branche unverzichtbar. Nirgendwo anders lassen sich an einem Ort und zu einer Zeit so viele interessante Menschen und Unternehmen aus der globalen IT-Branche treffen wie im März in Hannover. Aber: die CeBIT wird wohl auch in den kommenden Jahren kleiner werden. Sie wird immer weniger ein Schaufenster der gesamten Branche sein können. Das liegt schon daran, dass IT als Querschnittbranche heute so viele Themen und gesellschaftliche Bereiche abdeckt, dass der Versuch eine Gesamtübersicht zu bieten aus logistischen Gründen scheitern muss. Deshalb muss sich die CeBIT stärker fokussieren: auf die wichtigsten Trends und Themen unserer Branche und auf die zentralen Player unserer Zunft.

Das vornehmste Ziel einer Großmesse kann es nicht sein, künftig möglichst nur noch einstellig zu schrumpfen. Deshalb war der Schritt der Münchner SYSTEMS sich selbst abzuschaffen und dafür in einem harten Schnitt etwas völlig Neues zu inszenieren – die discuss & discover – richtig. Gefordert ist heute

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 3: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

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(Foto: CeBIT)

Aus dem Green IT Village der CeBIT 2008 wurde in diesem Jahr die Green IT World in Halle 8. Drunter macht man’s nicht in der niedersächsischen Metropolregion. Laut Ankündigung der CeBIT sollte es in der grünen Welt um Dinge gehen, wie Cloud Computing, mit dem man die Rechenleistungsbevorratung optimieren kann, um solarklimatisierte Rechenzentren, um eine Art Zylinderabschaltung für Mobilfunkmasten, um sparsame OLED-Bildschirme und und und. An der Aufzählung sieht man schnell, dass eine geeignete Begriffsdefintion vorausgesetzt, so ziemlich jede Innovation sich heute als grün darstellen lässt, denn es gibt immer noch etwas, was mehr Energie unsinniger verbraucht.

Wie aber schrieb die Deutsche Bank Research kurz vor der CeBIT so schön: „IT ist nicht grün und wird es niemals sein.“

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Neulich im McDonalds…

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…am Irschenberg (an der A8 München-Salzburg, einer der meist befahrenen Autobahnen Deutschlands, beliebter Halt zum Beispiel auf dem Weg in die Tiroler Skigebiete für den Morgenkaffee und auf dem Rückweg für den Burger nach dem Germknödel.)

Hat doch der amerikanische Fleischpflanzlbrater tatsächlich nicht nur ein gutes Drittel seines “Restaurants” für den McCafé geopfert, nein, gleich links vom Eingang befindet sich ein Multimediacenter genanntes Rund, mit zwei Flachbildschirmen und mehreren Fernsehbildschirmen (wo die üblichen unvermeidbaren Videoclips laufen). Ein Großflachbildschirm lässt sich sogar vom Publikum mittels randalesicherer Tastatur und Maus bedienen (logisch, dass da sofort die vibrio Homepage zu sehen war, unten leider schwer zu erkennen 😉 wie übrigens auch an der PC-Säule mit zwei Internet-Terminals).

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Noch interessanter als die vibrio Homepage im McDonalds ist jedoch die Frage: was bringt einen Massenabfütterer dazu, an einem der sicherlich meistfrequentierten Autobahn McDonalds , einen großen Teil seiner Geschäftsfläche für das “Multimediacenter” zu opfern?

Da müssen ja irgendwelche betriebswirtschaftlich schlauen Kerle oder Mädels nachgerechnet haben, dass es mehr Umsatz bringt, ein paar Internet-Terminals anzubieten, als weitere Fritteusen und Grills aufzustellen. Sehr interessant!

Dazu fällt mir ein, unser Kunde Dacos macht etwas ähnliches: mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz und anderen Auswerteverfahren wird festgestellt, durch welche Preis- und Angebotsveränderungen, insbesondere Retailer ihre Umsätze verbessern können. Ein einfaches (und sicher vereinfachendes) Beispiel: Wird der selten gekaufte, teure analoge Schwarz-/Weiß-Film aus dem Programm genommen, kommen ausgerechnet die Kunden nicht mehr, die die teure Rasiercreme mit der hohen Marge gekauft haben, folglich bleibt der s/w-Film im Angebot (so wie das Multimediacenter bei McDonalds).

Und zum Schluss: auf irgendeinem “Welt der Wunder”, “Die Reportage” oder “Galileo” habe ich unlängst gesehen, dass die Supermärkte mit unterschiedlicher Beleuchtung je nach Ware arbeiten. So sieht das Obst noch knackiger aus, die Milchprodukte noch weißer, das Brot noch knuspriger… wie wir verführt werden sollen… immer wieder spannend, sich das vor Augen zu halten.

Compuware bloggt und rockt

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So stellt sich Compuware CIO Rick vor

So stellt sich Compuware CIO Rick vor

Noch schnell gebloggt, bevor es zu spät ist. Kollege Staudt machte uns auf die Seite rockitman.de aufmerksam, über die die aktuelle Ausgabe der Computerwoche auf der letzten Seite berichtet. Für uns als Kommunikationsexperten ist es durchaus interessant zu sehen, wie ein Unternehmen wie Compuware in der Web 2.0 Welt agiert: mit dem Blog eines rockenden CIO, der auf Pamela Anderson steht, Details zu seiner Person siehe hier.

Laut Computerwoche Gespräch mit der Marketing-Managerin von Compuware soll der rockende, virtuelle CIO eine “Essenz” der Compuware Kunde darstellen… Also schnell durchgeklickt und folgendes festgestellt: auf die Seite gelockt werden die Internetuser mit einem Gewinnspiel (kein Link, da schon abgeschlossen), bei dem ein Wii Guitar Hero Komplettsetz zu gewinnen war. Leads sollten wohl über den Link Hintergrundinformationen generiert werden, was sehr seltsam ist, denn die dort angebotenen Themen haben mit den Blogposts von Rick auf den ersten Blick wenig zu tun, der hier seine Vorliebe für Classic Rock statt Überschriften zum Besten gibt. Statt dass man mit einem Klick mehr erfährt, muss man dann seine Kontaktdaten eingeben – verständlich aus Marketingsicht, aber meines Erachtens einen Klick zu früh, denn mich hätte schon vorab mal interessiert, was Compuware unter “Vantage-Lösung, Risiko-Absicherung und proaktives Handeln, Sparen und Wertbeitrag, Effizientes Troubleshooting und SLM und Transparenz gegenüber dem Business” genauer versteht, bevor ich meine Daten hinterlasse. Laut Computerwoche Bericht sei das Unternehmen aber mit dem Erfolg des Blogs, der Mitte März wieder abgeschaltet werden soll, aber sehr zufrieden.

Die zweite Welle liebe Compuware Blogger alias Rick wäre jetzt natürlich, wenn sich eine Facebook Gruppe mit dem Titel “Rick soll weiter leben!” gründet, wäre das nicht was?

Zu Erinnerung an die Seite hier ein Auszug:

Blogposts des rocken- und bloggenden CIOs Rick

Blogposts des rocken- und bloggenden CIOs Rick

Gewinnspiele zur Lösung von Verkehrsproblemen

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Wie bekommt man mehr Abonnenten für seinen YouTube Kanal als Giga, der Hamburger SV, die FDP, die Linksfraktion, Silbermond und National Geographic? Wie bekommt man von 31. Januar bis 10. Februar 688 Kommentare und Trackbacks auf seine Seite? Virales Marketing, PR 2.0, Bestechung, Hacking?

Nein, es geht viel einfacher, wie die Seite http://www.netbooknews.de/ beweist: man muss einfach ein Gewinnspiel mit einigermaßen attraktiven Preisen anbieten (drei Netbooks als Hauptpreise, aber auch T-Shirts und Taschen des eigenen Unternehmens) und von den Teilnehmern verlangen, dass sie zum Mitspielen den YouTube Kanal abonnieren oder einen Trackback auf den Gewinnspielpost legen. Und ab geht das posten! Wie ich draufgekommen bin? Über Rivva. Wie funktioniert Rivva: „Wie Google zählt auch Rivva einen Hyperlink als Empfehlung. Wird ein Artikel von verschiedenen Seiten verlinkt, greift Rivva diese Diskussion auf. Je heißer ein Thema diskutiert wird, desto stärker versucht Rivva noch weitere Quellen zu entdecken. Auf diesem Weg findet Rivva jeden Tag weitere Blogs.“

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Deshalb wurde das an sich unwichtige Gewinnspiel hier auf die Titelseite gespült und in meinem Netvibes Rivva RSS Feed angezeigt.

Ist das nun die Lösung all unserer Traffic Probleme? Werden unsere Web 2.0 viralen Konzepte und Kampagnen damit überflüssig? Reicht es, einfach ein paar mehr oder weniger attraktive Preise in seinem Blog anzubieten und schon hat man den gewünschten Traffic? Für ein Consumer-Portal wie Netbooknews vielleicht, vermutlich werden einige Prozent der Trackbacker und YouTubeKanäler auch nach dem Gewinnspiel hängen bleiben. Wie viele davon das Portal und den Kanal aber weiterhin ernsthaft nutzen sei dahingestellt. Nachhaltiges Marketing kann man dies wohl nicht nennen, eher ein Strohfeuer. Wenn das die einzige Marketingmaßnahme bleibt, wird wohl Netbooknews eines Tages zum Gewinnspielportal mit zusätzlichen Netbook-Nachrichten – denn anders lässt sich vermutlich der Traffic nicht aufrecht erhalten – außer die Inhalte und das Angebot stimmen. Ob das bei Netbooknews so ist, werden die Nutzer zeigen (wie oft kauft man sich eigentlich ein Netbook?). Die Testvideos sind zumindest nett gemacht.

Dafür hat das Gewinnspiel kurzfristig natürlich etwas gebracht, was sonst nur schwer und teuer zu erreichen ist: Aufmerksamkeit für den Namen. Ich werde mich an netbooknews erinnern, wenn ich mir mal ein Netbook zulegen sollte (wobei ich mit meinem 12,1 Zoll Mini-Notebook eigentlich schon ganz nah dran bin ;-).

PS: Natürlich ist mir bewusst, dass ich mit diesem Eintrag den Traffic der Seite weiter steigern werde und auch ein Gewinnspielteilnehmer geworden bin 🙂

Messen müssen sich verändern – Ansichten eines Mess-Dieners

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Das Handelsblatt schrieb gestern das deutsche Messewesen einmal mehr in die Krise. Unter dem Titel „Messen spielen Krisensignale herunter“ heisst es:

„Die Negativschlagzeilen in der Messebranche häufen sich. Ob Autos oder Gummibärchen, die Unternehmen setzen den Rotstift an. Wie groß die Probleme für die Branche werden, liegt auch am Branchenmix und dem Rhythmus der Veranstaltungen. Noch bleiben die Messegesellschaften gelassen – doch Notfallpläne liegen bereits in der Schublade.“

Roland Berger sieht die Messe-Umsätze vor einem 20 bis 30prozentigem Umsatzeinbruch. Der Branchenverband AUMA rechnet mit einem Rückgang von allenfalls 5 Prozent. Wir werden auf der kommenden CeBIT sicherlich sehen, dass insbesondere IT-Messen mit einer wachsenden Messemüdigkeit ausstellender Unternehmen zu kämpfen haben. Der Ausstellerrückgang in Hannover wird sich wohl locker im zweistelligen Prozentbereich bewegen.

 

Und welche Gegenstrategien sieht das Handelsblatt?
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