Kategorie-Archiv: Aus der IT-Branche

Eindrücke vom Zukunftsroundtable 2014 des Münchner UnternehmerKreis IT

Podium

Wie in jedem Jahr im Dezember, so diskutierten auch am 11. Dezember 2014 wieder Vertreter führender IT-Unternehmen auf einer Veranstaltung des Münchner UnternehmerKreis IT die aktuellen Trends in der IT-Branche. Dieses Mal waren Repräsentanten von

  • Amazon Web Services
  • Fujitsu Technology Solutions
  • IBM
  • Oracle
  • Salesforce und
  • Symantec

auf dem Podium vertreten.

Vor und mit knapp 100 IT-Unternehmern aus der Metropolregion München ging es vor allen Dingen um die Herausforderungen, die das Internet der Dinge und Industrie 4.0 für die Branche bedeuten. Der Reigen der Debatte reichte von Tipps zum erfolgreichen Innovationsmanagement im IT-Mittelstand über geänderte Geschäftsprozesse in den Anwenderunternehmen bis zu Datensicherheit und Datenschutz.

Ich durfte die Debatte moderieren und so geben wir im Folgenden einige zentrale Thesen der Diskussionsteilnehmer hier in der DampfLog wieder:

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Agentur vibrio ist Mitglied im BITKOM

BITKOM Logo

Die Agentur vibrio ist im 23ten Jahr ihres Bestehens nun erstmals Mitglied in einem Verband geworden: im BITKOM, dem Dachverband der digitalen Wirtschaft.

Bislang lebten wir immer nach der Devise von Groucho Marx:

“I don’t care to belong to a club that accepts people like me as members.”

Warum wurden wir diesem schönen Leitspruch nun untreu? Es liegt am BITKOM:

Der BITKOM ist ein moderner und kommunikationsstarker Verband

Der BITKOM hat sich in den letzten Jahren zu einem wirklich modernen und kommunikationsstarkem Verband entwickelt. Er tritt mutig für die Interessen der deutschen ITK-Wirtschaft ein; und nicht nur das: er hat sich zu einem unüberhörbarem Sprachrohr der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Indem er sich zugleich um die Akzeptanz dieser Branche kümmert, macht er sich zum Interessensvertreter vieler Bürgerinnen und Bürger.

Seine Öffentlichkeitsarbeit ist aktiv und attraktiv. Ein Abonnement der BITKOM-News lohnt immer: http://www.bitkom.org/44382.xml. Dieser rss-Link gehört schon lange zum Grundgerüst meines frühmorgendlichen Themen-Monitorings.

Nach innen bietet der BITKOM eine Plattform für den kritischen Diskurs disparater Interessen der Branche, etwa wenn es um die Problematik der Safe-Harbor- und Backdoor-Probleme seiner Unternehmen geht. Unsere IT-Kunden wie zum Beispiel Oracle und LANCOM Systems fühlen sich zurecht gut aufgehoben in diesem Verband.

Als Agentur mit Wurzeln und einem starken Standbein in der Technologie- und IT-Kommunikation haben wir schon immer eng mit dem BITKOM kooperiert. Mehr als einmal waren Präsidenten des BITKOM auf unseren Veranstaltungen zu Gast:

Dieter Kempf
BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf zu Gast bei vibrio
Willi Berchtold
Willi Berchtold, damals Präsident des BITKOM, auf einer vibLounge der Agentur vibrio.

Wir sind stolz, dabei zu sein.

it-sa 2014: die helle und die dunkle Seite der Macht

Sicherheit ist ein weit gefasster Begriff. Streng genommen gehören auch die Stormtrooper aus Star Wars zu den Guten. Nicht allein, weil sie Weiß tragen. Sie sind Sicherheitsleute. Auf der it-sa begrüßen sie die Gäste gleich beim Eingang und verleiten selbst nüchterne Geister zu albernen Foto-Ops.  Die Dunkle Seite hat ja bekanntlich gute Öffentlichkeitsarbeiter (siehe den famosen Twitter-Account @deathstarpr) und versteht was von Bild-PR. Sonst hätte man meinen können, der Stand 12.0-402 gehört wem anderen (Noris zum Beispiel – leider fehlt hier jeder optische Hinweis.) Die it-sa bot allerdings noch einiges Sehenswertes mehr. Der vibrio-Weg durch die Hallen zeigte, dass IT-Sicherheit viele Werkzeuge hat: Schulbänke, Trucks, Schlösser und Zahnräder. Manchmal muss man allerdings nachfragen, um das zu verstehen.

Eine Foto-Op auf der it-sa 014
it-sa 2014: Die Dunkel Seite verführt sogar PRler zum Posieren.

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EU-Kommissar Oettinger und die Sprache der Cloud

“Wenn jemand so blöd ist und als Promi ein Nacktfoto von sich selbst macht und ins Netz stellt hat er es nicht von uns zu erwarten, dass wir ihn schützen.” Diese Aussage bringt den designierten EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger in Probleme.  Vielfach wird die Aussage als Beleg genommen, dass er als Fachfremder der Falsche für seine neue Position ist. Auf der ersten Blick haben die Kritiker auch Recht.

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IT im Umbruch: So wirken sich Cloud Computing und SaaS auf die Branche aus

Vor wenigen Tagen durfte ich für den Münchner UnternehmerKreis IT (MUK-IT) den Geschäftsführer der InLoox GmbH Dr. Andreas Tremel zum Thema “IT im Umbruch” interviewen. Dabei ging es um die Veränderungen, die durch Cloud Computing und SaaS für IT-Unternehmen und IT-Kunden hervorgerufen werden. Sechseinhalb interessante Minuten:

 

InLoox entwickelt und vertreibt Lösungen zur Projektplanung und zum Projektmanagement sowohl in der Cloud, als auch “klassisch”.

Datenschutz ist (k)ein Thema

Absoluter Schutz unserer Daten – oder wie wir uns täglich selbst etwas vormachen

Waren es früher vor allem die Preisausschreiben und Postkarten, die uns datenrechtliche Kopfschmerzen bereiteten (oder auch nicht), liegen die Gefahren, unsere persönlichen Daten und damit praktisch unsere Seele offen zu legen, im digitalen Bereich. Laut einer Bitkom-Studie nutzen mittlerweile rund drei Viertel aller Deutschen das Internet. Dort gibt es mehr Tummelplätze für Datensammler als irgendwo im realen Leben. Online-Kaufhaus? Die haben bereits alles über Sie in der Datenbank: Namen, Adressen, Telefonnummern, Kontoverbindungen etc.

Von Menschen, denen ich im täglichen Leben begegne, habe ich selten gehört, dass ihnen ihre Daten unwichtig seien oder sie diese auf unsensible Weise behandeln. Im Gegenteil: 99 Prozent der von mir befragten Personen geben vor, persönliche oder geheime Daten niemals irgendwo ungesichert zu verteilen. Aha. Hier kommt der Gegenbeweis:

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“Datenklau und dann?” Bernhard Wöbker von Brainloop fordert klare Regeln für die Meldepflicht bei IT Security Vorfällen.

Bernhard Wöbker, CEO der Brainloop AG, fordert im Gespräch mit vibrio-Chef Michael Kausch klare und scharfe Regeln für die Meldepflicht bei IT Security Vorfällen: Unternehmen, denen vertrauliche Informationen oder Kunden-Daten geklaut werden, müssen ihre Sicherheitslücken offen legen – zum Nutzen und Schutz ihrer Kunden und Partner.

 

Dieter Eckbauer ist tot. Ein kleiner Nachruf und ein großer Dank.

Dieter Eckbauer
Dieter Eckbauer, hier zusammen mit Rudy Kulzer (rechts), als Gast der Agentur vibrio auf einer vibLounge.

Eben erfahre ich, dass am vergangenen Wochenende der langjähriger Chefredakteur der Computerwoche Dieter Eckbauer verstorben ist. Einer der wichtigsten Journalisten, die die deutsche IT-Branche je hatte, ist damit für immer von uns gegangen.

Als PR-Chef von Microsoft habe ich mich häufig maßlos über ihn geärgert, als IT-Mann und Freund offener Worte habe ich mich oftmals maßlos mit ihm geärgert. Immer war Dieter Eckbauer ein verlässlicher Streiter für offenen Dialog und klare Worte. Er war nie nachtragend und selten vortragend. Er war immer im Dialog. Er ist Trends ungern gefolgt. Er schrieb noch an seiner Schreibmaschine, als alle Welt schon am PC saß. Und er schrieb an seiner Maschine über PCs, über ihren Fluch öfter, als über ihren Segen. Und deshalb war er immer ein leidenschaftlicher Mahner, einer der uns Einhalt gebot, wenn wir allzu selbstverliebt, technikversessen und optimistisch jedem Trend hinterher liefen. An ihm konnte man sich reiben und so hat er jene, die sich darauf einließen, zum Leuchten gebracht.

Wer von ihm kritisiert wurde, musste sich warm anziehen. Wer von ihm ignoriert wurde, den gab es nicht. Von ihm kritisiert zu werden, war das Ziel vieler.

Dieter Eckbauer prägte über viele Jahre nicht nur den Ruf der Computerwoche als dem führenden Blatt der IT-Branche in Deutschland. Dieter Eckbauer prägte die Branche.

Ein wenig habe ich die Hoffnung, dass er “drüben” weitermachen wird. Dass er dort – wo immer das sein mag – mit spitzer Feder allen selbstgerechten Engeln ein “B” vorsetzt. Dass er den Kampf gegen Heerscharen so aufnehmen wird, wie einst seinen Kampf gegen die IBM – nicht weil er die IBM nicht mochte, sondern weil er zeitlebens fand, dass alle Mächtigen ein Korrektiv im Journalismus brauchen. Er hatte recht. Nicht immer, aber öfter, als fast alle anderen.

Mir fällt Hanns-Dieter Hüsch ein, der auf Tucholsky einmal schrieb:

Am Himmel bewegt sich eine Gardine,
die Engel haben Ladenschluss,
da sitzt ein Mann an der Schreibmaschine
und schreibt, weil er schreiben muss.

Der liebe Gott sitzt mit ihm zusammen
und macht ein faltenreiches Gesicht.
Der Mann sagt leise: “Reiss dich zusammen,
komm, wir spielen Mensch ärgere dich nicht.”

 …

Am Himmel bewegt sich eine Gardine,
und über die Milchstrasse läuft eine Maus,
da sitzt ein Mann an der Schreibmaschine,
der sieht wie [Dieter Eckbauer] aus.

Zum Nachruf der Computerwoche.

 

Facebook löst das Problem der E-Mail-Flut

Ich hatte vor zwei Jahren ein interessantes Gespräch mit einem Security-Spezialisten, der seinen Zeit damit verbrachte über die E-Mail Flut nachzudenken und wie man ihr Herr wird (natürlich angeregt durch meine Frage, ob er schon Zeit gehabt hatte über meine brilliante, wohl überlegte E-Mail an ihn nachzudenken.) Er warf die Hände in den Pariser Nachthimmel (es war ein Kundenevent) und seufzte. “Man kriegt nichts mehr erledigt. Ich würde ja gerne. Aber es geht einfach nicht. Jeden Tag habe ich 400 E-Mails in der In-Box.” Er schlug eine Lösung vor, die intern diskutiert worden war: eine technische Begrenzung auf 140 Zeichen, quasi die Twitter-E-Mail (oder Tweemail?) Nun hat ihn die Geschichte überholt, aber es war nicht Twitter, sondern Facebook, der dem Problem seine ganz eigene Lösung gab. Siehe hier:

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Gastkommentar von Ralf Koenzen, LANCOM Systems, zum Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD

Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer von LANCOM Systems

Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer des größten deutschen Herstellers von Netzwerkinfrastrukturprodukten für Geschäftskunden – LANCOM Systems – ist beeindruckt von dem gestern veröffentlichten Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD:

Routerzwang und WLAN-Haftungsrisiken adé? Der Koalitionsvertrag gibt Anlass zur Hoffnung!

Durften wir darauf hoffen? „Nutzerinnen und Nutzer müssen die freie Auswahl an Routern behalten. Daher lehnen wir den Routerzwang ab.“ Was sich wie eine Forderung von Netzaktivisten anhört, steht im Koalitionsvertrag, den CDU, CSU und SPD gestern präsentierten.
Nach der anfänglichen Untätigkeit der Bundesnetzagentur in dieser wichtigen Frage, ist dieses klare Bekenntnis für die Wahlfreiheit der Internet-User und den freien ITK-Endgerätemarkt eine echte – freudige! – Überraschung.
Der Routerzwang ist ein schöner Beweis dafür, dass es durchaus Wirkung zeigen kann, wenn sich unterschiedlichste Interessengruppen gemeinsam klar zu einem Thema positionieren und die Öffentlichkeit mobilisieren. Die Datenschützer hatten massive Bedenken, Verbraucherschützer, Netzaktivisten und Wettbewerbshüter meldeten sich zu Wort, und auch wir Hersteller sind – gemeinsam – auf die Barrikaden gegangen, um den schleichenden Trend zum Zwangsrouter noch im Keim zu ersticken. Mit – in diesem Fall schnellen – Erfolg!

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