BVDW veröffentlicht Richtlinien zur Arbeit mit Social Media in Unternehmen

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Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat einen sinnvollen Leitfaden mit zehn Tipps für den geschäftlichen Umgang im Social Web veröffentlicht. Die Handlungsempfehlungen der Fachgruppe Social Media im BVDW sprechen Unternehmen sowie beschäftigte Mitarbeiter an und dienen als Grundlage für individuelle Unternehmensrichtlinien, bzw. Social Media Guidelines.
Inhaltlich aufgegriffen werden Themen wie der Umgang in Social Media mit internen Informationen, öffentlicher Kritik am eigenen Unternehmen und über Kunden, Auftraggeber und Partner sowie das Verhalten in Social Media in kritischen Unternehmenssituationen.

Der BVDW hat den Leitfaden hier kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt.

Im Folgenden habe ich kurz den Inhalt des BVDW Leitfadens „Social Media Richtlinien – 10 Tipps für Unternehmen und ihre Mitarbeiter“ in einer knappen Übersicht mit Kommentaren versehen:

1. Definieren Sie Ziele

Anmerkung: Sinnvoll ist in jedem Fall die Erstellung von Social Media Guidelines im Unternehmen, die alle Regelungen zur Nutzung beinhalten. Hier gilt es komplexe arbeitsrechtliche Vorgaben ebenso zu berücksichtigen, wie unternehmerische Ziele. Heute in Umlauf befindliche Guidelines greifen meiner Meinung nach ausnahmslos zu kurz. vibrio ist deshalb gerade dabei eine Vorlage für solche Guidelines zu erarbeiten.

2. Geheimnisse sind geheim und Interna bleiben intern

Anmerkung: Eine diffizile Vorgabe, die ebenfalls klar durch die Guidlines abzudecken ist.

3. Mitarbeiter müssen authentisch sein

Anmerkung: Wichtig und richtig: Verdecktes Agieren ist ein absolutes No: selbstverständlich auch für PR- und andere Agenturen. Wann immer ich mich in die Diskussionen in Social Media einschalte und es um Belange meiner Kunden oder meiner Agentur geht, mache ich meine Position zu diesem Kunden klar. Man darf „Partei“ sein, muss es aber sagen. Dies gilt selbstverständlich auch für Mitarbeiter, die sich zu ihrem Unternehmen äußern: anonym geht das gar nicht! Alles kommt irgendwann heraus und mit Gewalt und Getöse zurück!

4. Wer veröffentlicht, übernimmt Verantwortung

Anmerkung: Das Engagement in Social Media erfordert Mut zur Verantwortung. es handelt sich eben nicht um vom Kunden oder der Geschäftsführung freigegebene Texte, sondern um Äußerungen des Mitarbeiters. Der Mitarbeiter muss zu diesen Äußerungen stehen, Kritik vertragen und verarbeiten und den Inhalt in jeder Hinsicht „verantworten“. Wenn Mitarbeiter deshalb „Angst“ vor dem Engagement in Social Media haben, dann ist das verständlich. Erarbeiten Sie mit Ihren Mitarbeitern mit Ruhe und Sorgfalt ein gründliches Verständnis der sozialen Medien. Jagen Sie sie nicht in Abenteuer, in denen sie sich nicht wohlfühlen.

5. Interne Kritik ist erlaubt, bleibt aber intern

Anmerkung: Es muss klar festgelegt werden, was interne Kritik und was gelebte Meinungsvielfalt, die Social Media ja erst interessant machen, ist.

6. Gehen Sie mit Fehlern offen um

Anmerkung: Hier liegt die Betonung auf „offen“: es sollten eben keine falschen Aussagen einfach gelöscht werden – es sei denn, es gibt juristische Gründe hierfür. Vielmehr sollten Korrekturen oder Anmerkungen grundsätzlich öffentlich vorgenommen werden.

7. Schonen Sie Ihre Geschäftsbeziehungen

Anmerkung: Es ist absolut legitim, seinen Mitarbeitern öffentliche Kritik an Kunden zu untersagen. Inwieweit solche „Bevormundung“ aber auch arbeitsrechtlich „legal“ ist, steht auf einem anderen Blatt.

8. Beachten Sie das geltende Recht

Anmerkung: Leichter gesagt als getan: Zu allererst müssen Mitarbeiter regelmäßig über die aktuelle rechtliche Situation informiert werden.

9. Schränken Sie private Nutzung von Social Media während der Arbeitszeit ein

Anmerkung: Das hätte man auch andersherum formulieren können: „Erlauben Sie die private Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz im Rahmen klarer Regelungen“. Denn wer mit Facebook & Co. nicht arbeitet, kann soziale Medien auch nicht im Sinne des Unternehmens nutzen. Und Arbeitgeber, die von ihren Mitarbeitern erwarten auch mal nach Feierabend in den Debatten in Social Media die Interessen ihres Unternehmens oder ihrer Branche zu vertreten, der muss den Mitarbeitern auch die Diskussion der letzten Urlaubserinnerungen am Arbeitsplatz – in Grenzen – zubilligen.

10. Social Media erfordert kontinuierliches Engagement

Anmerkung: Unternehmen sollten mit sozialen Medien nicht unüberlegt anfangen, sondern sich eine klare Strategie erarbeiten, was sie bis wann erreichen wollen. „Wir spielen mal damit herum um die Dinger zu verstehen“ ist nicht nur keine Strategie, sondern höchst gefährlich. Jedes Engagement in Social Media ist öffentlich und „unsterblich“. Einmal Gesagtes ist nicht rückgängig zu machen. Das Internet vergisst nie und geht auch nicht mehr weg, wenn man genug davon hat. Sie entwickeln Ihre Produkte doch auch nicht öffentlich auf dem Marktplatz!

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