Alle Beiträge von Freddy Staudt

„Compaq ist nicht so alt geworden wie Nixdorf“

Interview mit Dr. Hartmut Fetzer – Teil 2

Hartmut Fetzer, zuletzt Vorstand der Ferrari electronic AG, ist zum 31. Dezember 2011 nach achtzehn Jahren aus dem Tagesgeschäft des Unternehmens ausgeschieden. Zuvor war er unter anderem bei Nixdorf auf Vorstandsebene und in den frühen neunziger Jahren im Umfeld der ehemaligen DDR-Computerfirma Robotron tätig. Im zweiten  Teil seines Gesprächs mit Michael Kausch geht es um Bill Gates, den deutschen Sonderweg der mittleren Datentechnik und das Ende von Nixdorf als selbständige Firma. (Teil 1 des Interviews ist hier verfügbar.)

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Ein Unternehmer-Leben in der deutschen IT-Industrie

Interview mit Dr. Hartmut Fetzer, Teil 1: Die Anfänge der deutschen IT-Industrie – Computer in die Produktion!

Er wollte eigentlich Lehrer werden, studierte dann Elektrotechnik und wurde einer der Pioniere der deutschen IT-Wirtschaft – zuständig unter anderem für numerisch gesteuerte Produktion und Kassensysteme bei Nixdorf: Nach 46 Jahren in der IT-Industrie hat sich Dr. Hartmut Fetzer, früherer Vorstand der Nixdorf AG und zuletzt Vorstand der Ferrari electronic AG, zum Jahreswechsel aus dem Tagesgeschäft verabschiedet. In einem ausführlichen Interview mit Michael Kausch spricht er über seinen Weg von der Starkstromtechnik zu Unified Communications, seine Entwicklung vom Wissenschaftler zum mittelständischen Unternehmer und über Produktstrategien in großen und kleinen Unternehmen.

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Bitkom-Studie: Geht die Nutzung Sozialer Netzwerke zurück?

Mich hat ja wieder niemand gefragt. Laut der neuen Studie des Bitkom zu sozialen Netzwerken verwenden 74 Prozent der deutschen Facebook-Nutzer die Plattform ausschließlich privat, 18 Prozent überwiegend privat und gerade mal 8 Prozent privat/beruflich gleichermaßen. Überwiegend oder ausschließlich berufliche Nutzung (wie sie bei XING und besonders bei LinkedIn dominieren)? Fehlanzeige. Bin ich also der einzige der Facebook (fast) nur beruflich nutzt? Na gut. Doch es gibt weitere spannende Zahlen der zweiten Bitkom-Studienwelle zur Nutzung sozialer Netzwerke. Zusammenfassungen der Ergebnisse finden sich u.a. schon bei kress und bei der Computerwoche. Was aber legen die Ergebnisse Kommunikationsprofis und Social Media Marketers nahe?

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Powerpoint ade? Prezi.com ermöglicht Präsentationen zum Kopfverdrehen

Powerpoint macht dumm, sagt der Volksmund. Das kommt natürlich darauf an, wie die Folien gestaltet sind. Aber was ich jederzeit unterschreibe, ist dass man sich an den Slides im typischen Powerpoint Layout längst sattgesehen hat. Eine Überschrift, darunter ein paar Bulletpoints. Bilder und Grafiken links oder rechts davon – wenn man Glück hat. Oft ließe sich der Inhalt einer Präsentation von 40 Slides sinnvoller auf einem einseitigen DIN A4 Handout darstellen.

Prezi.com ist eine der wenigen alternativen Präsentations-Tools, die ich kenne. Und, im Gegensatz etwa zu Open Office, verfolgt es einen ganz anderen Ansatz als das Programm, das einst angetreten ist, die Folien auf den Overhead-Projekten zu ersetzen. Prezi.com bietet schon rein stilistisch eine erfrischende Auflockerung an Tagen, an denen ein Powerpoint-Vortrag dem nächsten folgt. Was ist prezi.com für ein Tool?

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IT-Security-Messe it-sa 2011: Alle vom Fach

Forum auf der it-sa
Typischer Anblick: Vollbesetztes Auditorium bei einem Forum auf der it-sa

Just an dem Tag, als Bayern zugab, der Auftraggeber des „Staatstrojaners“ zu sein, startete gestern in Nürnberg die IT-Sicherheitsmesse it-sa. Als ob der bayerische Staatsminister des Innern Joachim Herrmann diesen zeitlichen Zusammenhang vorhergesehen hätte, schrieb er in seinem Geleitwort im Programmheft: „Aus gutem Grund haben wir deshalb bei unserer langfristig angelegten bayerischen Sicherheitspolitik den Fokus auch auf die Kriminalitätsbekämpfung rund um die Informations- und Kommunikationstechnologie gelegt.“ Wie man nun weiß, ist das technisch eher misslungen, hat juristische Grenzen mehr als ausgereizt und zusätzlich Steuergelder verschwendet. „Bessere“ Ware vom Schwarzmarkt hätte die Landesregierung aus der Portokasse zahlen können.

Trotz dieses Medienthemas war der Staat als Hacker nicht das Hauptthema der it-sa – genausowenig wie eine grundsätzliche Diskussion der Sicherheit unserer industriellen Infrastruktur oder ein analytischer Blick auf die immer größeren und häufigeren Verluste personenbezogener Daten durch Hacks. Das Fachpublikum kennt die großen Gefahren, bewegt sich aber näher an der Technik und an den Bedürfnissen individueller Organisationen und Unternehmen. Man ist ja schon froh, wenn man sich selbst ausreichend schützen kann. Zu den Hauptthemen an den gut besuchten Ständen und Foren gehörte somit unter anderem die Absicherung von Cloud-Strukturen und mobiler Geräte, ganzheitliche Security-Konzepte sowie der Umgang mit den Risiken, die Social Media mit sich bringen.

Dean Drako auf der it-sa
Dean Drako (rechts), Gründer und CEO Barracuda Networks, beim Rundgang über die it-sa

Die Veranstaltung, mit der vibrio seit Systems-Zeiten (damals als „Security-Halle“) eine lange Geschichte verbindet, hat sich hervorragend entwickelt. Mit der diesjährigen Ausgabe hat sie sich klar als deutsche IT-Security-Leitmesse durchgesetzt. Darüber hinaus kann sie wahrscheinlich für sich beanpruchen, das zweitwichtigste europäische IT-Security Event nach der Infosec UK zu sein. Der Veranstalter spricht von rund 320 Ausstellern und einer leicht vergrößerte Ausstellungsfläche. Besucherzahlen sind noch nicht bekannt gegeben. Im Vergleich zu einer CeBIT oder IFA fallen die Stände selbst großer Marken klein aus, was der Qualität aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Die Wege bleiben kurz, die Hallen sind voll, die Qualität der Besucher ist hoch. Und für uns Kommunikatoren wichtig: Das Who is Who der deutschen Security-Fachpresse war gestern ebenfalls vor Ort – was wir in diesem Jahr für zahlreiche gute Gespräche mit Dean Drako, dem Gründer und CEO von Barracuda Networks nutzen konnten, der u.a. ein neues deutsches Rechenzentrum ankündigte.

Die it-sa ist noch bis morgen (13. Oktober) geöffnet. Hingehen lohnt sich.

Von Unified Communications, digitaler Technik und analogen Plänen

Z1
Der Nachbau Konrad Zuses Z1

Mein Urgroßvater war Weber in der Gegend des heutigen Novi Sad in Jugoslawien. Bisher sah ich nicht viel Verbindung zwischen seiner damaligen Tätigkeit und meiner heutigen als PR-Schaffender im IT- und Online-Umfeld. Allenfalls musste ich einmal eine Story weben oder verwobene Zusammenhänge aufdröseln.

Doch seit gestern, als ich im Rahmen des Ferrari electronic Partnertags eine Führung im Deutschen Technikmuseum in Berlin mitmachen durfte, bin ich eines besseren belehrt. Dort wird nicht nur ein Nachbau der legendären Z1 von Konrad Zuse als „erster Computer der Welt“ dargestellt. Man zieht die Linie weiter zurück bis zu Webstühlen (und später Stickmaschinen), die schon frühzeitig über Lochkarten gesteuert wurden. Die Textilindustrie habe die Digitalität, die Grundlage auch der modernsten EDV, quasi erfunden.

Auch sonst bietet die Ausstellung zahlreiche Exponate zu den unterschiedlichen Ursprüngen der Rechen-, Automatisierungs- und Nachrichtentechnik. Bevor es die elektrische Telegrafie gab, benötigte eine Nachricht von Koblenz nach Potsdam über den preußischen Nachrichtendienst sieben Stunden: Telegrafenstationen mit großen Masten gaben Zeichen mittels großer Schilder. Die nächste Station konnte diese mit dem Fernrohr gerade noch erkennen und gab sie an die nächste Station weiter.

Heute nimmt sich die Industrie vor, nahtlos zusammenzubringen, was so unterschiedlich anfing: IT und Telekommunikaton. Das Ergebnis heißt Unified Communications (UC). In zahlreichen Fachvorträgen der Ferrari electronic Spezialisten stand genau dies, die Integration von UC-Hard- und Software mit anderen Technologien, im Mittelpunkt. Eine Lehre ist dabei: Nur weil Kommunikationswege dazukommen, sterben die alten noch lange nicht aus. IP-Telefonie ist noch fern davon, analoge Telefonie hunderprozentig zu ersetzen. E-Mail hat das gute alte Fax in eine Nische gedrängt. Doch aus Gründen der Sicherheit und Nachweisbarkeit kann Fax nirgends abgeschaltet werden, wie die eigens erstellte Fax-Studie belegt. Die Kommunikationswelt mit ihren vielen Kanälen ist heute bunt. Und die Herausforderung für IT-Dienstleiste ist es, diese ganzen Kommunikationswege zu bündeln.

Kommunikation der ganz anderen Art zeigte der gelernte Kriminalist und Bestsellerautor Leo Martin in seinem Vortrag über „Fesselspiele“. Mit locker-flockigen Spaßverhören und einem genauen Blick auf Gesten und Gebärden spielte er den Lügendetektor – und hatte immer Recht. Lerneffekt: Erstens: In wichtigen Gesprächsmomenten immer ganz bewusst die körperliche Reaktion des Gegenübers auffangen. Wer lügt, muss erstmal kurz an die Wahrheit denken. Zweitens, quasi der Umkehrschluss: Wenn ich nicht lautere Motive habe, und dem Gegenüber nicht mit Respekt begegne, brauche ich ein Gespräch gar nicht erst anzufangen.

Angenehmer als Leo Martins Verhörmethoden in ihren rüderen Momenten waren zweifellos die Gespräche abends auf der Schiffsrundfahrt auf Spree und Landwehrkanal. Irgendwann war auch das zu Ende. Wie komme ich vom Urbanhafen zurück zum Hotel? Als ich meinen Stadtplan von Berlin entfalte, schallt es: „Oh, ein analoges Medium.“ Und ich stellte mich im Geiste neben den Webstuhl mit den Lochkarten im Technikmuseum. Hallo Ur-Opa, du warst schon weiter.

Suchmaschinenoptimierte Pressetexte: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht der Schnur

google doodle

Ein Google Doodle

Pressetexte schreiben können alle PR-Schaffenden, aber „suchmaschinenoptimierte Pressetexte“, ja, damit lässt sich manchmal noch Eindruck schinden. Das Interesse an Tipps zu dem Thema ist hoch, zuletzt hat der Clippingdienst Cision ein Papier zu dem Thema vorgelegt.

Der entscheidende Punkt, der für Google optimiertes Schreiben von Pressemitteilungen vom klassischen Vorgehen unterscheidet, ist m.E. der Umgang mit Keywords:

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"Social Signals" für die Suchmaschinen

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Es war eine illustre Runde beim ersten Panel auf der Search Marketing Expo in München am vergangenen Dienstag. Unter dem Titel "Das neue Suchuniversum: Google, Microsoft, Facebook, Apple & Co." trafen sich Rand Fishkin von SEOmoz, Stefan Weitz von Bing (Microsoft), Niels Dörje von Tandler.Doerje Partner und Maile Ohye von Google Inc. Und um eines vorweg zu nehmen: Apple & Co. kamen nicht vor. Denn soziale Netzwerke und eigentlich Facebook alleine boten genug Stoff zur Diskussion. Im Vergleich zur Bedeutung sozialer Faktoren im Netz bleibt die mobile Nutzung der Suche vergleichsweise irrelevant.

Maile Ohye von Google hatte die leichteste Rolle. Sie konnte es sich leisten, sich weitestgehend aus der Diskussion mit dem Grundtenor "Wie komme ich nur auf Platz 1 der Suchergebnisse?" herauszuhalten. Stattdessen wiegelte sie im Sinne des Suchmaschinenprimus ab und appellierte an das Publikum "einfach das zu tun, was für Ihre Website und für Ihre Nutzer wichtig und gut ist".

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Sonne und Cloud in Hannover

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Vielleicht macht es die gute Konjunktur: Alle scheinen wieder ein bisschen entspannter auf die CeBIT gehen. Ob die Straßenbahnen morgens um neun halb leer sind,ob die Hallen mal ein bisschen voller oder ein bisschen leerer sind, ob einmal eine halbe Stunde Ruhe ist am Stand, niemanden scheint es zu stören. Ist die Zeit, wo die CeBIT sich für Aussteller nach Cost-per-lead rechnen musste vorbei? Oder liegt es nur am vergleichsweise milden Wetter, dass alles ein bisschen südländisch gemächlich scheint? Die Sonne scheint und wer da ist, freut sich über die Chance, alte Bekannte zu treffen und neue Bekanntschaften zu schließen.

Zu einer sehr angenehmen neuen Bekanntschaft hat mich beispielsweise Serge Gansner, CEO und Mitbegründer von E2E (Prozessautomatisierung) gebracht:

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Warum zur Cloud-CeBIT, statt gleich in die Cloud?

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Bild: Deutsche Messe AG

Das Internet ist der größte Konkurrent der IT-Messen. Das höre ich seit Jahren gleichermaßen von Seiten der Messeveranstalter wie auch potenzieller Aussteller. Die Verfügbarkeit reichhaltiger Informationen im Netz mache für viele IT-Profis den Messebesuch überflüssig und für die Marketingverantwortlichen den Messe-Auftritt unnötig. Der Rückgang der Besucherzahlen, Aussteller und Öffnungstage spricht für sich.

Die Argumentation geht so:

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