Geschrieben von Michael Kausch am 07 Jul 2010

Studie sagt: Messen sind für Entscheider die wichtigsten Anstoßgeber

“Fast zwei Drittel (64%) der professionellen Entscheider in Deutschland betrachten Fachmessen als das wichtigste Medium, um Anstöße für ihre Investitionsentscheidungen zu erhalten.” Das schreibt zwar der Messe-Verband AUMA in seinem aktuellsten Newsletter, bezieht sich dabei aber auf eine Studie aus der Verlagswirtschaft. Die B2B-Entscheideranalyse 2010 der Deutschen Fachpresse, durchgeführt von TNS Emnid, hat mittels einer Befragung von rund 600 Entscheidern herausgefunden, dass Messebesuche zur Vorbereitung von Investitionsentscheidungen als “Anstoßgeber” noch wichtiger seien, als Fachmedien.

Die Ergebnisse im Detail:

messe entscheider

Quelle: B2B-Entscheideranalyse 2010 der Deutschen Fachpresse
(zit. nach AUMA compact 12/10)

Auch werden Messen - ähnlich wie gedruckte Fachzeitschriften - als deutlich glaubwürdiger angesehen, als zum Beispiel Hersteller-Websites, Außendienst und Online-Fachmedien. Vorher das positive Image der Print-Medien gegenüber Online-Medien kommt, ist mir dann aber doch ein wenig fraglich …

Geschrieben von Michael Kausch am 17 Mär 2010

„Die Tage der Loyalität zu einer Nachrichtenorganisation oder einer Technologie sind im Internet-Zeitalter vorbei"

koepke

Das ist nicht Holger Schmidt!

Dies ist eine der Kernaussagen einer Studie über den Einfluss des Internet auf das Nachrichtenwesen, die F.A.Z.-Blogger Holger Schmidt ausführlich würdigt.

Die Kernthesen in der Übersicht:

- Das Internet ist heute eine der wichtigsten Nachrichtenquellen [wenig überraschend]

- Im Internet werden viele Quellen genutzt [waren das noch Zeiten, wo Liberale die Tagesschau und Konservative HEUTE geguckt haben und dann gemeinsam eine pluralistische Gesellschaft bildeten]

- D.h.: die Loyalität gegenüber zentralen Nachrichtenquellen” schwindet [für die älteren unter uns: Onkel Köpke! gibt es nie wieder]

- 37 Prozent der Nachrichtenkonsumenten produzieren auch selbst Nachrichten oder kommentieren diese: Der Empfänger wird Sender [Hallo Herr Brecht!]

- “Der normale Online-Nutzer besucht nur wenige Nachrichtenangebote im Netz.” [Jeder hat seinen eigenen Vertrauensmann]

- Die Bedeutung des Nachrichtenkonsums auf mobilen Medien wächst

- “Die sozialen Medien funktionieren also immer stärker als Netzwerkfilter.”

Wer mehr wissen will: selber lesen!

Den Orginalbericht des Pew Internet & American Life Project unter dem Titel „Understanding the Participatory News Consumer” gibt’s hier.

Geschrieben von Michael Kausch am 12 Feb 2010

Jedes dritte Unternehmen will bis Ende 2011 auf Windows 7 umsteigen

win7

Die Vorschusslorbeeren, die Windows 7 frühzeitig erhalten hat, waren offensichtlich mehr als ein Hype und scheinen Windows 7 nachhaltig zu befügeln. Dies ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie, die wir für unseren Kunden BRAIN FORCE Software durchführen durften:

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Geschrieben von Markus Pflugbeil am 31 Aug 2009

Wieder mal zu Twitter oder “Danke für den Hinweis…”

 

In der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung stellt Autor Johannes Boie die Frage nach der Relevanz von Twitter. Dazu beruft er sich auf eine Statistik von Sysomos, die erstaunlicherweise vom Juni datiert (Ist die in Deutschland überhaupt zur Kenntnis genommen worden? Oder war ich in der Zeit im Offline-Urlaub?) sowie den “amerikanischen Kulturkritiker” David Golumbia, der in einem Interview mit der SZ (im Juli!?) auf die Frage zur Bedeutung von Twitter bei den Protesten im Irak gesagt hat:

 

Ich bezweifle, dass Twitters Wirkung für die Proteste wirklich so großartig war, wie viele Leute das gerne hätten. Vielleicht handelt es sich einfach nur um Werbung für Twitter.

Boie hat nun offenbar einen Monat gebraucht, um die Studie und sein Interview mit Golumbia in Zusammenhang zu stellen. Demnach ist Twitter nur ein “Placebo für all jende, die auf eine demokratische Medienlandschaft hoffen”. Und dann führt er die wirklich schlechten Zahlen für Twitter auf, die sich aus der Studie ergeben (siehe auch Grafik):

  • 20% aller Twitternutzer verwenden ihren Account nur zum Lesen, twittern aber selbst nicht
  • 94% aller Twitternutzer werden von weniger als 100 Menschen gelesen
  • 5% aller Twitternutzer sorgen dahingegen für 75% aller “Geschehnisse” auf Twitter. Von diesen 5% sind ungefähr ein Viertel maschinengenerierte Tweets, was der SZ-Autor übrigens verschweigt, obwohl es die Bedeutungslosigkeit von Twitter nochmal untermauern würde.

Der SZ-Autor kommt deshalb zu dem Schluss, dass auch Twitter nichts am bisherigen Mediennutzungsverhalten ändert: “Einige wenige schreiben und setzen die Themen, der Rest liest mit und schweigt (…)”.

Was der Autor in seinem aktuellen Artikel aber übersieht ist die Frage danach, wer schreibt – denn hier unterscheidet sich Web 2.0 ja erheblich von der bisherigen Medienlandschaft. Die Tatsache, dass jeder, der Zugang zum Internet hat, veröffentlichen kann, ob auf Twitter oder auf Blogs und dabei nicht auf ein Produktionssystem wie einen Verlag angewiesen ist, bedeutet schon eine gewisse Demokratisierung. Insofern wäre es auch interessant zu wissen, wer sich den hinter den 75% der Twitternutzer verbirgt, die für 75% aller “Geschehnisse” verantwortlich sind und persönlich, nicht maschinell, twittern: handelt es sich um journalistische Mitarbeiter von Verlagen, um unabhängige Bürgerjournalisten oder gar Agenturen? Darüber schweigt sich die Studie leider aus.

Abschließend danke ich noch der SZ dafür, dass sie mich bei der Morgenlektüre auf dieses Thema aufmerksam gemacht – ich bin und bleibe (derzeit noch) ein Anhänger der Morgenzeitung, statt des Morgensurfens.

Geschrieben von Michael Kausch am 19 Mai 2009

Immer weniger Menschen trauen Journalisten - Blogger und PR-Leute finden zunehmend Akzeptanz

Ein zwiespältiges Ergebnis liefert eine aktuelle Studie der TU Dresden: einerseits vertrauen nur noch 35 Prozent der Bürger professionellen Journalisten, andererseits bewerten immer mehr Menschen PR-Leute und Redakteure von Kundenzeitschriften ebenso als “Journalisten”, wie ihre Kollegen von unabhängigen Medien. Jeder zweite der 18- bis 24-jährigen bewerte Blogging als Journalismus.

Das berichtete gestern das PR Journal.

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Geschrieben von Michael Kausch am 04 Dez 2008

pr macht fernsehen

pr 2.0-guru prof. dr. ansgar zerfaß hat gemeinsam mit der dpa-tochter news aktuell die bewegtbildstudie 2008 veröffentlicht. 2.400 journalisten und pr-menschen haben über ihre arbeit mit bewegtbildern im internet berichtet.

die ergebnisse im schnelldurchgang:

- im vergleich zu redaktionen haben pressestellen und pr-agenturen beim einsatz von bewegtbild im internet noch nachholbedarf. so nutzt jeder dritte journalist, aber nur jeder fünfte pr-mensch täglich vodcasts.

- die meisten pr-menschen sehen bewegtbilder v.a. im corporate publishing, gefolgt von der pressearbeit, danach folgen web 2.0, interne kommunikation und investor relations.

- 90 prozent der befragten erwarten für die zukunft, dass die bedeutung von online-bewegtbildern zunehmen wird.

meine einschätzung: natürlich werden pod- und vodcasts immer wichtiger. dabei geht es aber weniger um ihren einsatz in der klassischen pressearbeit. viel wichtiger wird ihr einsatz als online-kommunikation mit der öffentlichkeit und mit definierten zielgruppen im rahmen von web 2.0. und ob wir das dann pr 2.0 oder online-dialogmarketing nennen ist wirklich gleichgültig. vodcats und ip-tv werden weniger in der kommunikation zwischen pressestellen und journalisten zum einsatz kommen (ja, da auch; aber nicht erstrangig), sondern in der direkten kommunikation von öffentlichkeitsarbeitern mit den zielgruppen des unternehmens unter umgehung der klassischen medien. so jedenfalls diskutieren wir das mit heute unseren kunden. und so werden derzeit auch die budgets bei unseren kunden verschoben. über ein beispiel haben wir hier ja schon berichtet.