Geschrieben von Michael Kausch am 02 Nov 2009

Oranje Boven - Sie haben das Handelsblatt geschrumpft

hablaprint

Zeitungsdesigner Mario Garcia mit dem neuen Handelsblatt im Tabloid-Format (Bild: Handelsblatt)

Seit heute erscheint das Handelsblatt im Tabloid-Format. Das Tabloid ist ein “Halbformat” und liegt zwischen 235×315mm und 285×400mm. Es ist also deutlich kleiner, als klassische Tageszeitungsformate. In Spanien und Norwegen erscheinen schon seit vielen Jahren fast alle relevanten Zeitungen im Halbformat. Seit mehreren Jahren experimentieren auch zahlreiche Verlage in anderen Ländern mit diesem Format. Der Independent war wohl vor fünf Jahren die erste große international relevante Zeitung, die komplett auf das Kleinformat wechselte. In Deutschland bietet Springer seit einiger Zeit die Welt parallel zur klassischen Ausgabe als Welt kompakt im Tabloid-Format an. Auch die Frankfurter Rundschau ist heute eine “Kleinzeitung”.

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Geschrieben von Michael Kausch am 28 Sep 2009

handelsblatt-blogger thomas knüwer verlässt den verlag

knüwer

wenn einer schon als motto seinem blog das schöne agatha christie-zitat voranstellt “Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen”, dann sollte es einen nicht wundern, dass dieser mann nach 14 langen jahren endlich den sprung über das wasser schafft und auf der berater-seite landet: thomas knüwer verkündet heute, dass er kurzfristig das handelsblatt in richtung selbstständigkeit verlassen wird.

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Geschrieben von Michael Kausch am 25 Aug 2009

Handelsblatt und Google starten Youtube-Kanal für den Mittelstand - Moderne Informationsplattform oder Videorekorder für Werbefilme?

 

netzwert

Unter dem Titel “Netzwert” startete die Zeitschrift Handelsblatt gemeinsam mit Google und der Universität St. Gallen heute einen Online-Video-Kanal für den Mittelstand. Dabei soll dem Mittelstand das Internet als Business-Plattform nahegebracht werden.

Die Handelsblattmacher sehen einen großen Nachholbedarf bei der Internet-Nutzung in mittelständischen Unternehmen. Dabei denken sie aber noch primär an das klassische Internet 1.0: “Von gut 3,1 Mio. deutschen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern haben erst 56 Prozent überhaupt eine eigene Webseite, hat der Web-Provider 1&1 in einer Marktuntersuchung festgestellt. Viele andere haben Interesse, aber häufig ‘keine Zeit’ oder der Aufbau erscheint ‘zu kompliziert’. Doch das sind verschenkte Chancen.”

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Geschrieben von Michael Kausch am 29 Jan 2009

handelsblatt wird interaktiv

habla

natürlich konnten sie auch bisher schon wichtige notizen ins handelsblatt schreiben (s.o.). künftig aber kann ich mitlesen. das handelsblatt öffnet seine virtuellen seiten den lesern. jedenfalls indirekt. seit heute verweist die online-ausgabe des handelsblatts am ende jeden artikels auf blogs, die auf den entsprechenden artikel verweisen. genutzt wird dazu die blogsuchmaschine twingly, die leser der dampflog spätestens seit vergangenen montag bereits kennen. wer mehr zu diesem service wissen will, der lese beim habla-kollegen knüwer nach.

Geschrieben von Michael Kausch am 04 Dez 2008

knüppel auf knüwer

vor kurzem habe ich an dieser stelle einen lesetipp auf eine blogdiskussion zur rolle von twitter als bürgerjournalismus platziert. diese debatte wurde vom von mir hochgeachteten thomas klüwer angezettelt, einem mitarbeiter des handelsblatt. thomas klüwer hat in dieser diskussion nun von seinem redaktionskollegen sönke iwersen heftig knüppel zwischen die beine geworfen bekommen:

“Bei aller kollegialer Zurückhaltung: mir ist kein Journalist bekannt, bei dem Selbstdarstellung und Realität derart auseinanderklaffen wie bei Dir. Vielleicht könntest Du die permanente Selbstbeweihräucherung mal kurz unterbrechen und erklären, warum Deine fantastische Verdrahtung über Xing, Facebook, Twitter und Co. so wenig journalistischen Mehrwert bringt. Wenn es tatsächlich so wäre, dass diese Kommunikationswege neue Infos erschließen – warum kommen die Scoops im Handelsblatt dann nicht von Dir, sondern immer von anderen Kollegen? … ”

kurz nach veröffentlichung dieses kommentars wurde derselbe durch thomas knüwer unter hinweis auf arbeitsrechtliche konsequenzen gelöscht, nach heftigem protest der community inzwischen aber wieder online gestellt.

hier wird beim handelsblatt derzeit öffentlich ein interessanter streit um die rolle des web 2.0-journalismus in klassischen medien ausgetragen: müssen blogger news produzieren? tun sie das überhaupt? (siehe hier) füttern die nachrichtenjournalisten der verlage ihre bloggenden kollegen durch? sind die bloggenden web 2.0-kollegen der tod des  klassischen recherchierenden journalismus? schalten sie sich ein!

Geschrieben von Michael Kausch am 28 Nov 2008

aktueller lesetipp: twitter statt dpa?

thomas knüwer hat gestern auf seinem blog eine der vielleicht wichtigsten blog-debatten der letzten wochen ausgelöst: kennzeichnen die zahlreichen twitter feeds von den terroranschlägen aus bombay einen paradigmenwechsel der news-kommunikation? sind sie das sterbeglöckchen der klassischen agenturen? wozu brauchen wir noch cnn, wenn es twitter gibt? wird sich twitter überhaupt als news-medium durchsetzen?

ich habe keine lust die debatte zu kommentieren, weil ich hierzu bislang weder eine meinung habe (kommt ja selten genug vor), noch etwas wirklich wichtiges zu sagen. aber ihr solltet die debatte verfolgen! sie wird auf dem handelsblatt-blog auch wirklich gut geführt.

Geschrieben von Michael Kausch am 09 Jul 2008

Nachruf aus dem Media Coffee

“Kein einziger Laptop war aufgeklappt, gestern Abend im Haus der Bayerischen Wirtschaft. Das unterscheidet Veranstaltungen der Web-Szene noch immer von denen klassischer Medien. Die Vertreter der letzteren fühlen nicht den Drang, Gesagtes zu dokumentieren und der Welt zu überbringen.” so beschwert sich thomas knüwer vom handelsblatt heute in seinem blog über die Veranstaltung “Media Coffee” von gestern. würde er bei der dampflog mitfahren, wüsste er es besser: Hier wurde der event schon aufgearbeitet, da sass herr knüwer noch auf dem podium. aber er hat ja recht: die veranstaltung hat mehr als deutlich gemacht, dass die vertreter der klassischen medien - und da gibt es keinen unterschied zwischen verleger dirk ippen und der “gekrähfußten” journalistin aus dem publikum, die sich über die digitalen medien erregte - das internet und seine user noch immer nicht begriffen haben. sie stellen sich GEGEN das web und diskutieren, ob sie überleben oder zum opfer werden. allein, weder der dumpfe optimismus der einen, noch die fatalistische angst der anderen wird ihnen helfen. was leider nicht diskutiert wurde: welche chancen gibt es, den klassischen journalismus in die neue digitale medienlandschaft einzubinden? was ist mit medien wie zoomer? dort gibt es interessante versuche zwei paradimen miteinander zu verbinden: professionelle journaisten bauen hochwertige inhalte, die “user” und leser bewerten die inhalte und befinden über deren relevanz. diese bewertung entscheidet letztlich darüber, wo die news der journalisten in der elektronischen zeitung positioniert wird. die leser finden die wichtigen news in hervorragender journalistischer qualität von profis recherchiert und direkt darunter finden sie suchergebnisse und querverweise zu dingen, die nur sie interessiert. klassischer journalismus verbindet sich mit user based content. das aber hat gestern im media coffee keinen interessiert. schade eigentlich.