Geschrieben von Michael Kausch am 27 Jan 2010

Hadopi: weil die Linke in Frankreich Kulturpolitik mit der Rechten macht, macht sich die F.A.Z. zum Sprachrohr der Piraten

“Dahinter steckt immer ein kluger Kopf”. Dieses Mal guckt Jürg Altwegg spitzbübisch hinter den Lettern der F.A.Z. hervor und schmiedet neue ganz große Koalitionen im aktuellen Kulturkampf um das Internet. Gestern machte er den Schirrmacher (ein bißchen von hier, ein bißchen von da, dreimal rühren, fertig ist die Wahrheitsdroge) und kommentiert das neue französische Gesetz gegen Raubkopierer, genannt “Hadopi - Haute Autorité pour la Diffusion des Œuvres et la Protection des Droits sur Internet”.

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Geschrieben von Michael Kausch am 01 Sep 2009

Wie Unternehmen das Web 2.0 verpennen …

…zeigt einmal mehr F.A.Z.-Netzökonom Holger Schmidt. Sein lesenswerter Post von gestern abend verweist u.a. auf Telekom-Obermann, den man den Twitter-Account geklaut hatte, darauf, dass nur jedes vierte der DAX-, M-DaAX- und TecDAX-Unternehmen twittert und einmal mehr auf die Vodafone-Web2.0-Werbepleite.

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Geschrieben von Michael Kausch am 16 Jul 2008

Das Kursbuch ist tot - Print stirbt doch

Hans-Magnus Enzensberger schreibt in der FAZ.NET einen Nachruf auf das Kursbuch. Nein, nicht auf “sein” Kursbuch, jene von mir einst gelesene und von ihm einster gegründete Zeitschrift. Das wirkliche, wahre und echte Kursbuch der Deutschen Bahn wird eingestellt. Ein letztes Mal erscheint der dicke Wälzer, der auf dünnem Papier auflistet, wann, wo, welche Züge eigentlich abfahren sollen. Ein Werk, das in alter Zeit ebenso unverzichtbar war, wie das gelbe Telefonbuch.

kursbuch

In der elektronischen F.A.Z. erzählt der große Erzähler von seinem Vater, einem leidenschaftlichen Zeigefingerreisenden und seinem “Amtlichen Kursbuch für das Reich, Teil 4, Fremde Länder, Jahrgänge 1928-1939″, einem frühen Helge Schneider, der uns von ein paar Jahren den Expeditionsroman “Globus Dei” auf gleicher Wissensbasis geschenkt hat.

Mein alter Freund Walter war in den 70iger Jahren weithin (jedenfalls im Fränkischen) dafür bekannt, dass er zahllose selten und nur von unbekannten Reisenden genutzte Provinzverbindungen inklusive Anschlussdaten zu den roten Bahnbussen auswendig aus dem Kursbuch rezitieren konnte. Erzählte er uns zu nächtlicher Kneipenzeit aus dem Kursbuch, so erschloss sich auch mir die Poesie dieses Werks. Ich erinnere mich auch an einen Vortrag von Gedichten Wolf Wondratscheks, in dem eines der Werke bloß aus einer Zusammenstellung solcher Kursverbindungen bestand.

Ich werde es vermissen, das Kursbuch der Deutschen Bahn, auch wenn ich es schon lange nicht mehr zur Hand genommen habe. So wie ich bald schon das konservative Rascheln der F.A.Z. vermissen werden, auch wenn ich sie seit langem schon nur in den Ausschnitten eines Clippingsdienstes lese.